weblog
Zeichnungslog
Die Lieblingspfeile
Neu bei hanneskater.de
Aktuelle Ausstellungen
Das weblog Archiv
spacer spacer
01. Oktober 2014

Tumblr: drawing-log
 
30.09.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1336
Detail: zweifach verpfeiltes "B"
Lieblingspfeile 1336
Tütchen in einem Fahrradkorb... feucht vom Regen
Lieblingspfeile Nr. 1336
Verpfeilter Buchstabe

Ein
doppelt verpfeiltes "B" ist das Logo der Firma Boveda und findet sich u.a. auf Befeuchterbeuteln für den Versand und die Lagerung von teuren Zigarren.

Diese mit einer
2-Wege-Membran für Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit ausgestatteten Beutelchen – deswegen zeigt sinnigerweise auch ein Pfeil ins "B" rein und ein Pfeil aus dem "B" raus –, sorgen für bis zu 30 Tage für konstante 69% relativer Luftfeuchte in ihrer näheren Umgebung.

Gefunden habe ich das regendurchnässte Beutelchen in dem Korb eines in einem Hinterhof im Prenzlauer Berg abgestellten Fahrrades...



 
29.09.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeil Nr. 1335
Detail eines Firmenschildes. Prenzlauer Berg, Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1335
Unüberzeugend gakeliger Pfeil

Oft klappt das nicht, mit Vektorgrafik überzeugend individuelle händische Pfeile zu erzeugen: auch hier ging es eher schief, weil die – technisch bedingt – immer gleiche Linienstärke und die weitgehend von der Software mitbestimmten Richtungs-Findungen den Gestalter über das Ziel hinausschießen ließen: wenn, wie ich mal vermute, eine souverän und lebenskluge
Wirkung der treppigen Pfeillinie vermieden werden sollte, schließlich handelt es sich hier um das Firmenschild einer Coaching-Firma, die ja Clienten sucht, die eher tastend und suchend unterwegs sein werden, so war es doch bestimmt nicht beabsichtigt, den Suchweg so naiv und tumb wirken zu lassen, dass man meint, mit einer Betreuungseinrichtung für mental Retardierte zu tun zu haben, die sich ein optimistisch und professionell wirkendes Logo haben verpassen lassen.



Ferdinand de Saussure
**  5.6 Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
5.61 [...] wir können also auch nicht sagen, was wir nicht denken können.
Tractatus
Siehe auch Eintrag vom 26.05.2013
28.09.2014
Symbolsysteme

"Was Philosophen und Logikern entgangen ist, ist die Tatsache, dass ein Symbolsystem, sobald es von den bezeichneten Gegenständen unabhängig wird, seinerseits Verschiebungen unterworfen wird, die für den Logiker nicht kalkulierbar sind."*

Abgesehen davon, dass das zunehmend im Symbolsystem "
Geld" alle übelst betreffend – und im Symbolsystem "Kunst" einige Künstler verunsichernd – stattfindet, ist das oben beschriebene Phänomen ziemlich genau das, worauf ich für mich bei meiner Arbeit hoffe.

Denn: was wir nicht denken können, das können wir nicht denken; wir können also auch nicht in einem Symbolsystem, zum Beispiel Sprache, Schrift oder Zeichnung, festhalten, was wir nicht denken können.
** Wenn ich aber ein Symbolsystem so benutze, dass es sich ab und an unkalkulierbar selbstständig macht, kann ich zu Ergebnissen kommen, die für mich nicht denkbar waren.*



 
26.09.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1334
"Umbau ehemalige Bedürfnisanstalt zur Begegnungsstätte", Humannplatz, Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1334
Gewollte Haus-Pfeil-Unschärfe

Sich steigernd Schwarz-Rot-Gold wachsen die Häuser pfeilförmig in den Himmel – mit dieser gewollten
Haus-Pfeil-Unschärfe klärt ein Schild über den 250000 Euro teuren Umbau einer "ehemaligen Bedürfnisanstalt" zu einer "Begegnungsstätte" auf.

Mehr Fälle von Pfeil-Haus-Unschärfe hier.




 
25.09.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1333
Prenzlauer Allee @ Wicherstrasse, Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1333
Ignorierter Pfeil

Hier zeigte der Pfeil
nicht ausreichend Wirkung – statt ihm Folge zu leisten und wie angezeigt rechts an ihm vorbei zu fahren, wurde der hier umgenietet...



"Auch wer hinkt, kommt vorwärts", FAZ vom 8.9.2014
**  Wenn es denn ein militärischer Begriff sein muss, empfiehlt sich "Trommelfeuer": Die Artillerie wird hierbei nicht gegen Punktziele eingesetzt, sondern soll Flächenwirkung erreichen. Deshalb werden die Geschütze möglichst schnell wieder geladen und unmittelbar danach wieder abgefeuert. Das Trommelfeuer hat eine enorme psychische Wirkung auf die Kampfmoral der Soldaten, es war maßgeblich verantwortlich für Ausfälle durch Kriegsneurosen, die auf psychischem Stress durch stundenlanges oder sogar tagelanges Trommelfeuer beruhten.
**  "War Child", von Blondie 1982 auf dem Album The Hunter veröffentlicht.
Sehr 80er Jahre, mit einer aberwitzigen Energie (koksig) und mit einem ziemlich schrecklichen Saxophonsolo.
  Mehr Musik:
The Cure
Pictures of you
I've been looking so long at these pictures of you
That I almost believe that they're real
I've been living so long with my pictures of you
That I almost believe that the pictures are
All I can feel
[...]
20.09.2014
Bildfolgenabschätzung

War Child**
I need city lights
Defence and weaponry
No way of knowing
My life expectancy
I learn resistance
Like I learn to see
A living witness
A lonely refugee
I'm a war child
I'm a war baby
And that's the difference
Between you and me
I'm a war child

My occupation
Is being occupied
I stop at the corner
To be identified


Morgen
Detail eines kommentierten Plakates in Berlin, das für eine Bühnenfassung von „Der kleine Prinz“ der Drehbühne Berlin wirbt.
Fundstellen zu Sperrfeuer von Bildern:

"[...] dieses ständige Sperrfeuer von Bildern hüllt alles in einen Schleier; wir sehen nichts, wie einer, der im Smog herumgeht."
   
William S. Burroughs schrieb 1986 weniger von der Gefahr, (tödlich) getroffen zu werden, als vielmehr über den vom Mündungsfeuer beim Sperrfeuer erzeugten Rauch und den durch den Einschlag der Geschosse aufgewirbelten Staub, durch den man nichts mehr sieht.

"Das Sperrfeuer von Bildern „schöner“ Frauen wird zwar gern als Ausdruck einer kollektiven sexuellen Fantasie hingestellt, aber in Wahrheit hat es mit Sexualität überaus wenig zu tun. Es entspringt der Angst vor der zunehmenden Freiheit der Frauen [...]."
Gerade hier böte sich militärisch korrekte Umgang mit Sperrfeuer an: Das Sperrfeuer von Bildern schöner Frauen
hält die Männer von den echten Frauen fern.
Naomi Wolf in: Der Mythos der Schönheit.



In einem Kommentar zur Verleihung der Preise beim Filmfest in Venedig dieses Jahr schrieb Dietmar Dath nach drei einleitenden Sätzen folgendes:
"Es wächst eine Generation heran, die so unvorbereitet im
Sperrfeuer von Bildern steht, welche behaupten, Wirkliches wiederzugeben, dass man im Evidenzgewitter schon fürchten muss, dass sich bald nur noch Blinde ein Urteil über das Vorhandene jenseits der Suggestion abverlangen werden."*

Sperrfeuer und das arg stahlgewittrige Evidenzgewitter machen deutlich:
Blondie hatte ich nach Heart of Glas aufgehört zu hören und erst 2000/2001, als ich einige Zeit in New York City lebte, hörte ich bewusst War Child, und staunte, wie viel ich mit den Lyrics anfangen konnte.

In diesen Song schienen mir meine New Yorker Erfahrungen eingeschrieben zu sein: meine Erlebnisse in meinem schwer gentrifizierten und kommerzialisiserten Wohnviertel. Die Fährnisse auf meinen Ausflügen in weniger safe Gegenden, die immer noch wirkten, als sei eben erst ein Bürgerkrieg vorbei. Dazu die Erzählungen der alten Kämpen aus den 70er Jahren (echte Oral History) und meine stattgehabte Sozialisation mit Filmbildern und Musik (Velvet Underground et al.) aus dieser Stadt.

Ein Mißverständnis, wie ich inzwischen weiß, denn den Text der letzten Strophe, in der die Roten Khmer und die PLO ihren Auftritt haben, hatte ich akustisch nie richtig verstanden und nicht weiter beachtet. Heute glaube ich, die Band wollte wirklich nur vom Krieg singen – und nicht wie es ist, sich durch eine Stadt wie NYC zu bewegen...

Aber diese Anspannung, die vermeintlich nötige professionelle Achtsamkeit, war nicht nur Einbildung: als im Frühjahr 2001 ein kleines Erdbeben die Stadt kurz erschütterte und anschließend deutlich mehr Hubschrauber als sonst über der Stadt kreisten, forderte meine damalige Vermieterin vehement und hysterisch, sofort die Nachrichten – damals CNN, also TV – einzuschalten, weil sie befürchtete, die Erschütterungen seien von einem Terroranschlag ausgelöst worden...



Google Suchergebnisse für:

"Sperrfeuer von Bildern":
Ungefähr 232 Ergebnisse (0,27 Sekunden) 

"Trommelfeuer von Bildern":
6 Ergebnisse (0,29 Sekunden)
es soll um Krieg gehen. Ziel eines Sperrfeuers ist es, den Gegner in die Deckung zu zwingen und so ein Betreten, bzw. ein Queren, eines bestimmten Gebiets unmöglich zu machen. Wenn man im Sperrfeuer steht, ist man eigentlich dem Tode geweiht.**

Wenn ich den Dietmar Dath richtig verstehe, meint er nicht, dass uns die Bilder umbringen, sondern das sie uns von etwas
fernhalten – nämlich vom Vorhandenen.
Aber bei Dath stehen wir nicht nur im Sperrfeuer, sondern auch
im Evidenzgewitter: "Terroristen, die ihre Untaten dokumentieren, Handyfotos nackter Prominenz, Fernsehpappnasen an rund um die Uhr überwachten Drehorten" sind seine Beispiele.

Evidenz steht für "überzeugende Deutlichkeit, völlige Gewissheit". Das aus dem lateinischen videre "sehen" und dem lateinischen ex- "aus-, heraus-" gebildete evident meint sichtbar, augenscheinlich, einleuchtend. Die Evidenz hier im Gewitter steht bei Dath aber für das Gegenteil: für das schein-bar sehend Verstehbare, also für das in die Irre führende, das offenkundig nicht Wahre.

Wenn man jetzt noch der möglichen Anspielung auf Jüngers In Stahlgewittern nachgeht, führt das auch nicht weiter. Wikipedia: "Fernab jeder politischen oder moralischen Parteinahme wird der Krieg bei Jünger zum inneren Erlebnis und zu
einer das Bewusstsein des Mitwirkenden schärfenden Erfahrung, die den Verfasser zur Erkenntnis der Bedeutung der Tatkraft des Einzelnen im Überlebenskampf führt."

Dem
Dath verrutschen augenscheinlich beim stürmischen Metaphern-Trommelfeuer die Bilder – und trotzdem verstehen wir, was er will. Weil es das Erwartbare ist.

Nun ja. "Alles Geschriebene ist Fälschung." Etwas platt wohl so mal von Thomas Bernhard formuliert. Alles Geschriebene ist etwas Geschriebenes – und eben nicht das Vorhandene im Sinne von Welt und Wahrheit. Dass das mit gemalten Bildern auch so ist, war und ist eigentlich allen klar. Bei Fotos vergessen wir es manchmal, beim Film öfter.

Aber nicht, dass uns nicht die Wahrheit gezeigt wird ist das Problem, sondern das
die gemachten Bilder, ob still oder bewegt, mit immer besseren Geschmacksverstärkern angereichert das selber in die Welt gucken so fad erscheinen lassen.

 
19.09.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeil Nr. 1332
Boden (Detail) einer der Hallen, in denen die abc 2014 stattfindet
Lieblingspfeile Nr. 1332
Zu ignorierender Pfeil?

Das ist
kein Kunstpfeil, obwohl er zu einer Arbeit von Daniel Steegmann auf der art berlin contemporary gehören könnte. Die wurde aber nur knapp neben dem schon vorhandenen Pfeil aufgebaut und nun konterkariert der die eigentlich erwünschte Bewegungsrichtung der Kunstmessenbesucher.




17.09.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1331
Post von Claus von der Osten – trotz schönem Pfeil, oder gerade wegen diesem, gab es Zustellungsprobleme
Lieblingspfeile Nr. 1331
Schicker verschickter Pfeil

Eigentlich ja ein Kunstpfeil – schließlich hat Claus von der Osten ehedem an der HFBK Hamburg studiert, aber inzwischen tut sich der passionierte Sammler von Plakaten mehr mit großzügigen Schenkungen als mit künstlerische Arbeiten hervor und er bezeichnet sich selbst nicht als Künstler.




Zitiert nach:
Emile Bernard: Erinnerungen an Paul Cézanne 1904 - 1906
Die Erinnerungen an Paul Cézanne, die in zwei Teilen im Mercure de France vom 1. und 16. Oktober 1907 veröffentlicht wurden, stellen den definitiven Bericht über die Besuche von Bernard bei Cézanne in den Jahren 1904 und 1905 dar.
15.09.2014
Gehsteige!

Alles verschwindet...
Beschädigtes Plakat (Detail), Berlin September 2014
[...] Schlag zehn Uhr begleitete ich meinen alten Lehrer in die Rue Bouglegon. Wir blieben noch im Gespräch in den stillen, mondhellen Straßen stehen. "Die Stadt Aix ist durch den Straßenbaumeister verdorben worden", sagte Cézanne. "Man muss sich beeilen, wenn man noch etwas sehen will. Alles verschwindet. Mit der Anlage von Gehsteigen hat man die Schönheit der Städte vernichtet. Die meisten Straßen eignen sich nicht dazu. Und dann, wozu überhaupt Gehsteige in Städten wie dieser? Allerhöchstens zwei oder drei Straßen haben solche nötig! Die anderen hätte man lassen können, wie sie waren. [...]"*

Wenn
Wenders den Handke zitiert, wie der Cézanne zitiert – irgendwie ging es da nie um Gehsteige...



Der Autor Helfrich Peter Sturz, 1736 - 1779, galt als eleganter Essayist und seine satirischen Abhandlungen erinnerten Zeitgenossen an Lichtenberg.
Der Text ist aus: Zweite Sammlung, 1784 (nach seinem Tod erschienen).
  Original , aus lat. originalis, originale, franz. original.
1) adj. (vgl. originell), mhd. originâle, ursprünglich, angeboren (von der Erbsünde) Br. Philipps Marienleben 358; nhd. (nun veraltend und durch originell ersetzt), äusserlich oder innerlich etwas ursprüngliches, selbständiges oder sonderbares an sich habend und zeigend.
attributiv:
"Ihr seid ein originaler Kopf." (Goethe)
superlativ:
"Der Rektor Albrecht war eine der originalsten Figuren von der Welt, klein, nicht dick aber breit, unförmlich ohne verwachsen zu sein, kurz ein Aesop mit Chorrock und Perrücke." (Goethe)
prädikativ:
"Das er, anstatt Nachahmer zu sein, original ist." (Wieland)
adverb:
"Von Tischbein muss ich rühmen, wie ganz original deutsch er sich an sich selbst herausbildete." (Goethe)
13.09.2014
MF_02

Original
Original substantivisch:
1. Das Ursprüngliche und Angeborene: "Die Freiheit und Original sie (Friede und Gerechtigkeit) niemand schwechen uberal."
(Hans Sachs, 16. Jahrhundert)
2. Das Ursprüngliche im Gegensatz zur Kopie oder Nachahmung: die Urschrift, der Urtext, im Gegensatz zur Abschrift (Nachdruck) oder Übersetzung
3. Das Vor- oder Urbild, im Gegensatz zur Abbildung (Porträt, Foto) oder Nachbildung.
Mit der letzten Post ist folgendes Schreiben eingegangen:
[...]
Es ist mir zwar die Verfolgung nicht unbekannt, welche auf jeden neuen Schriftsteller wartet. Die Kritik lauert [im Orig. lauret], wie eine Kellerspinne in einem Winkel verborgen, und sie siehet nicht sobald eine junge unversuchte Fliege in der Nähe ihres Nestes, als sie den Faden ausdehnt, die arme Mücke verwickelt, sie zum Schauspiel der Vorübergehenden aufhängt, und sie endlich bis zum Rumpf verzehrt.
[...]
Was liegt mir auch dran, ob ich eben den heutigen Geschmack in meinen Werken erreiche,
denn ich bin ein Original, ich beginne schöpferisch die Epoche eines neuen Geschmacks, die lächerlichsten Sekten haben ihre Nachfolger gehabt, warum sollte ich nicht auch die meinigen haben?

Wenn man aber zu arg mit mir verfährt, so weiß ich schon Rat den Frevler zu züchtigen, ich will ihn verklagen – die Gesetze müssen die Bürger den ihrem Eigentum schützen –
ich bin ein Genie, wer es leugnet, der will es mir nehmen.
[...]
Ich erbitte mir Ihre Gedanken über meine Absichten und Schriften; jedoch schreiben Sie bescheiden, damit ich nicht genötigt werde, Sie auch zu
verklagen.

Ich bin u.f.w.


Antwort:

Mein Herr!

Sie haben über Ihre Schriften und über Ihre Absicht, ein Autor zu werden, mein Urteil und meinen Rat begehrt, ich will Ihnen beides mit der Aufrichtigkeit erteilen, die ich, Ihnen zum Besten, Ihren Freunden wünschen möchte.
Ihre Werke, mein Herr, sind völlig abgeschmackt, ohne Empfindung, ohne Sprache, nicht zu lesen, ohne einen Funken von dichterischen Geist; Sie kennen so gar das Mechanische eines Silbenmaßes nicht, [...]
*

“The parts of me that used to think I was different or smarter or whatever, almost made me die.” David Foster Wallace


Das Vermögen von Menschen, versiert, locker, charmant und intelligent daherreden zu können wie nie zuvor in der Geschichte und gleichzeitig
nicht das geringste Gespür für Sinn zu besitzen, ist für Wallace das bezeichnendste Phänomen unserer Epoche.
Ohne die Erziehung der Menschen durch das Fernsehen wäre es nicht denkbar, weshalb viele seiner Geschichten vom Fernsehen handeln, von einem Jungen etwa, der nach vielen Folgen aus einer Rateshow fliegt, oder vom "TV der Leiden", das hintereinander nichts als Katastrophen zeigt.
Harald Jähner in: "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich". Zum Selbstmord des Schriftstellers David Foster Wallace
09.09.2014
Rant*_01

Abreisszettel
Kürzlich in der Erich Weinert Str. in Berlin fotografiert: die Typo ist ja soo authentisch...* Eine kurze Recherche ergab: so ne Zettel gibt es schon seit Jahren.
"Seit wann terrorisiert uns eigentlich schon diese idiotische Phrase "Ich liebe mich selbst nicht genug um dich lieben zu können"?

Welcher rückständige Schwachkopf hat den Menschen eingebleut, sie müssten erst sich selbst lieben, bevor sie jemand anderen lieben könnten? Das ist das lächerlichste, dümmste, grausamste Gesetz aller Zeiten, und es regiert das zwanzigste Jahrhundert.

Es ist kompletter Blödsinn. Wir müssen einen anderen Menschen lieben, und ein anderer Mensch muss uns lieben, das brauchen wir nicht auch noch selbst zu tun, das ist unmöglich. Wer liebt schon sich selbst, ohne von einem anderen Menschen geliebt zu werden? Niemand. Ja, eine Handvoll monomaner Verrückter vielleicht, die schon ein Dutzend Selbstsicherheitstrainings hinter sich haben."

Connie Palmen in: Die Gesetze.
(In Holland 1991 rausgekommen... )




Young People's Chorus of New York City
**  Mehr Textbeispiele:
For every tank that is built...
131000 stuffed animals are made.
For every stock market crash...
There are 10 versions of "What a Wonderful World".
While one scientist is creating a new weapon...
1 million moms are baking chocolate cakes.
08.09.2014
Mindfuck_01

Mainstream
Aktuell zu sehende Werbung für eine Berliner Mall mit 45.200 qm Verkaufsfläche... Wo, wenn nicht hier, findet man alles, um sich mainstreamgerecht zu kleiden?
Tja:
I'm free to be whatever I
Whatever I choose
[...]
It don't cost much
[...]

Anrührend gesungen von einem Kinderchor
* nutzte die Coca-Cola Company (TCCC, das "T" steht für The...) den Oasis Song Whatever aus dem Jahr 1994 für einen Werbefilm zum 125 jährigen Firmenbestehen.

Fast schon
surreal waren die immer wieder eingeblendeten Texte. Irrstes Beispiel:
"
For every weapon sold in the world...
20000 people share a Coke
."
Und dann zum Schluss: "There are reasons to believe in a better world."
**


WeitereKunstpfeile:
29.06.2014 – Kunstpfeil_35
26.06.2014 – Kunstpfeil_34
07.06.2014 – Kunstpfeil_33
16.12.2013 – Kunstpfeil_32
09.09.2013 – Kunstpfeil_31
07.06.2012 – Kunstpfeil_30
30.03.2012 – Kunstpfeil_29
28.02.2012 – Kunstpfeil_28
17.10.2011 – Kunstpfeil_27
05.10.2011 – Kunstpfeil_26
21.06.2011 – Kunstpfeil_25
15.05.2011 – Kunstpfeil_24
[...]
04.09.2014
Kunstpfeil_36

Kunstpfeil_36 Steinbrecher
Cover von: Erik Steinbrecher – Art Lover
Ein aus zwei Knetwürsten gebildeter Pfeil ist auf dem Titel von Erik Steinbrechers kleinem Büchlein Art Lover zu sehen. Schön, wie es diesem Pfeil trotz seiner scheinbaren Beiläufigkeit gelingt, die typischer Weise Pfeilen zukommende Aufmerksamkeit zu erzielen.

(Dank an Bettina Brach für den Hinweis)




 
28.08.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1330
Prenzlauer Allee, Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1330
Blitziger Doppelpfeil oder verpfeiltes "S"?

Eher seltene Variante eines
Transportunternehmenslogo-Doppelpfeils: hier ist noch ein zackiger Blltz eingebaut – wobei es auch möglich ist, dass wir hier eigentlich ein verpfeiltes "S" wahrnehmen sollen. Schließlich fängt der Name des int Transportunternehmens mit einem "S" an.



Zitiert nach: Die negative Dialektik des Pop – Diedrich Diederichsen untersucht die Selbstverwertung von Künstlern. Besprechung von "Eigenblutdoping. Selbstver-wertung, Künstlerromatik, Partizipation." von Bernd Blaschke
25.08.2014
„Where are we now?“

Starman - Zeichnung
So könnte ein Starman aussehen...
Zeichnung vom Kind
Früher, also Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, lief bei uns neben den Stones, Beatles, CCR und den Doors ganz selbstverständlich und oft auch Velvet Underground und T. Rex. Aber meine Eltern hatten keine einzige Platte von David Bowie... Verstieß nicht eine Band wie T. Rex auch gegen das Authentizitätsgebot? Rückblickend kann man ganz klar sagen: nein. Denn Marc Bolan ist tot, aber der Mensch, der David Bowie war, lebt noch immer...

Glam(our) und Camp
– beide Kunsterfahrungen wurden von Diedrich Diederichsen als ästhetische Grundbegriffe neben das Schöne und das Erhabene gestellt: "Das Gegenüber der Glamour-Erfahrung droht mit der Autorität realer Präsenz, dem aktiven Einspruch gegen verfügende Rezeption, um sich dann doch wieder zur Verfügung zu stellen."

Glamour sei raffiniert, aber nicht selbstreflexiv, adressiere zwar auch den Verstand, aber doch noch mehr die anderen Vermögen. Zudem sei Glamour weder aufklärerisch noch einfach Opium fürs Volk. Denn die provokative Verweigerungshaltung der Glamour-Stars, ihre Genervtheit und ihr demonstratives
Benennen der ökonomischen Rahmen weisen auf Versuche des Ausstiegs aus der Zwangsperformance [!]; also aus dem Zwang, sein Selbst zum Kunstwerk zu machen. Aus dem gesamtgesellschaftlicher Stilisierungszwang, der für Diederichsen immer stärker auch ganz normale Arbeitswelten (jenseits der Kunst) kennzeichnet.*



Wir waren am vorletzten Tag dann doch in der David Bowie Ausstellung im Martin Gropius Bau und das Kind hat ein neues Lieblingslied:

Starman
[...]
There's a starman waiting in the sky
He'd like to come and meet us
But he thinks he'd blow our minds
There's a starman waiting in the sky
He's told us not to blow it
Cause he knows it's all worthwhile
He told me:
Let the children lose it
Let the children use it
Let all the children boogie




 
23.08.2014
Lieblingspfeile

LP 1329 - Gastbeitrag von Bettina Brach
Lieblingspfeile Nr. 1329
Leitender Pfeil mit Verdickung vor Spitze

Eingereicht von: Bettina Brach

"
Das Foto habe ich am 30.07.2014 in Potsdam gemacht. [...] mich hat dieses grafische Schilderwerk [...] sehr beeindruckt. Welch Fürsorge für den passierenden Passanten, nur um mitzuteilen: "Wenn was im Weg steht, bitte drumrum laufen."

Bei so einer Darstellung des Laufweges könnte man denken, dass hier in einem konstanten Bild-Raum
ein Protagonist mehrmals auftritt und sein Weg durch diesen Bildraum so nachvollziehbar dargestellt werden soll. Eine Möglichkeit, die in Bildern mit Fluchtpunktperspektive fast nie genutzt wird, weil das ja den realistischen Eindruck stören würde.

Alternativ kann man sich auch vorstellen, dass
drei unterschiedliche Protagonisten gleichzeitig unterwegs und nun unterschiedlich weit gekommen sind sind – was seinen Niederschlag in den unterschiedlichen Platzierungen der Figürchen in der Bildfläche findet.
LP 1329 - Gastbeitrag von Bettina Brach
Hinweisschild in Potsdamm. Foto: Bettina Brach
Auf meine Frage, ob sie "zufälliger Weise auch das Detail fotografiert (noch mal extra fotografiert) [hätte], wo der Pfeil kurz vor der Pfeilspitze etwas dicker wird?" antwortete sie mir: "Ich muss zugeben: die anschwellende Pfeildynamik war mir vor dem Original gar nicht aufgefallen. Ein Detailfoto habe ich daher nicht." 

So gibt es diese schöne Detail hier leider nur als einen etwas pixeligen Bildausschnitt.
Unwahrscheinlich, dass diese Verdickung absichtlich entstanden ist. Beim zusammenklicken des Layouts des Schildes am Bildschirm war es vermutlich leicht zu übersehen...


 
22.08.2014
Nachträge aus Griechenland:

Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1322
Schöne Verbingung zwischen dem Parken-"P" und dem Hinweispfeil, Kalamata, Griechenland
Lieblingspfeile Nr. 1322
Verpfeilter Buchstabe

Irgendwie gehört dieses "P" schon noch in die
Kategorie verpfeilte Buchstaben, obwohl hier, mehr als in vielen anderen Fällen, eher eine Buchstaben-Pfeil-Kombination vorliegt, die Verpfeilung des Buchstabens also nicht aus der Form des Buchstabens her- oder ableitbar ist.



Lieblingspfeile 1322
Hinweisschild bei Kardamyli, Griechenland
Lieblingspfeile 1322
Eigentlich normale geschlossene Dreieckspfeilspitze – hier aber mit "verlängerten" Pfeilspitzenenden
Lieblingspfeile Nr. 1323
Verlängerte Pfeilspitzenenden

Ein handgemaltes Beispiel für die erstaunlich selten auftretende
Verlängerung der Pfeilspitzenenden bei einer geschlossenen Dreieckspfeilspitze.




Hinweispfeil
Verkehrsschild in Areopoli, Griechenland
Lieblingspfeile Nr. 1324
Übergroßer Pfeil

Ein, für ein Parkverbotsschild, nicht nur
ungewöhnlich großer, sondern auch in eine merkwürdige Richtung zeigender Pfeil.
Meint dieses Schild, dass man genau vor, beziehungsweise unter, diesem Schild auf keinen Fall parken darf, nebendran aber schon?

Um eine Einfahrt freizuhalten würde so ein Schild wenig Sinn machen, weil ja das Schild selbst im Wege wäre. Und da war auch keine Einfahrt oder Kurve oder sonstwas, was in einer recht kleinen Seitenstraße in Areopoli diesen eindringlichen Hinweis nötig zu machen schien.




Hinweispfeil
Supermarkt bei Stoupa, Griechenland
Lieblingspfeile Nr. 1325
Kraftlose Pfeilspitzen

Seltsamer Weise wurde die sich eigentlich zur jeweiligen Spitze verdichtenden Pfeile dadurch
geschwächt, dass die eigentlich Pfeilspitzen durch eine dünne weiße Aussparung auch noch mal abgetrennt wurden.


Was bei der Farbgebung Pate gestanden haben könnte?

Backbord und Steuerbord können das nicht gewesen sein, weil, etwas vereinfacht gesagt, da Steuerbord rechts und grün ist.

Vielleicht würde niemand die Abdeckungen der Kühltruhen nach links schieben, wenn ein roter Pfeil statt des grünen nach links zeigen würde? Dieser Pfeil also doppelt negativ sein würde: rot und zurück weisend.
(Aber warum hat man nicht beide Pfeile grün – oder rot – gemacht?)


Hinweispfeil
Verpackung eines Speiseeises der Firma Langnese/Unilever
Lieblingspfeile Nr. 1326
Verpfeilter Buchstabe

So ein grosses, gar riesiges, Magnum habe ich noch nie gesehen, das Kind hat es auch nicht alleine aufessen können. Es war also
wirklich drüber...

Und in dem "
over" ist der einzige Buchstabe, an dem man etwas noch oben, also drüber, zeigendes finden konnte, denn auch konsequenter Weise verpfeilt worden: das kleine "v".



Hinweispfeil
Zur Mülltüte umfunktionierte Einkaufstüte aus einem Supermarkt bei Stoupa, Griechenland
Lieblingspfeile Nr. 1327
Verpfeilte Buchstaben?

Der Supermarkt, wo wir meistens einkauften, firmierte, neben irgendeiner Bezeichnung auf Griechisch, auch unter dem Namen Katerina´s Market – ob die Tüten, in der man dort seine Einkäufe verstaute, irgendetwas mit diesem Markt zu tun hatten und
ob es sich bei den gelben Zick-Zack-Linie um Buchstaben, zum Beispiel um ein Doppel "M" handelt, konnte ich bis jetzt nicht herausfinden.


Die Preise im Markt unterschieden sich nicht groß von denen bei uns, einiges war teurer, anderes, vor allem Gemüse, billiger. Wie der Durchschnittsgrieche mit seinem doch geringeren Durchschnittseinkommen solche Preise bezahlen kann? Keine Ahnung.


Die Mülltüten hängten wir immer an Fenstergriffe, um den Armeisen und anderem Getier den Zugang möglichst zu verunmöglichen. Allein den Wespen wurden wir so nicht Herr, die flogen mit vorliebe aber auch andere Ziele an.



Hinweispfeil
Verkehrsschild vor dem Flughafen von Kalamata, Griechenland
Lieblingspfeile Nr. 1328
Verblassende, eigentlich gegenläufige, Pfeile

Wenn die Richtung nicht stimmt, kann man das Schild einfach übermalen. Blöd nur, wenn die Farbe nicht hält und so das Gezeigte im Laufe der Zeit
immer widersprüchlicher wird...


Wegen seiner Zuverlässigkeit, seines Fleißes und seiner atemberaubenden Kondition galt Di Stéfano in Argentinien auch als El Alemán – der Deutsche.
13.07.2014
Fußball-Pfeile aus den letzten Tagen

Mit Pfeile des Grauens war eine Spielanalyse vom Halbfinale zwischen Argentinien und Holland von Daniel Meuren in der FAZ am 10.07. überschrieben.

Zitat: "Macht man sich an der Taktiktafel den Spaß und wählt abwechselnd die Teams aus und die Rubrik Passspiel, dann findet man die wahren „Pfeile des Grauens“ zum besonders für den unterhaltungsuchenden Zuschauer faden Kick. Bis auf wenige erfolgreiche „Schlüsselzuspiele“, die zu den wenigen Chancen beiderseits führten, bestimmen
die roten Pfeile der Fehlpässe das Bild."


2003 und 2006 hatte ich auch schon mal Pfeileinträge mit WM-Bezug: es ging um das "schlimme WM-Logo" der WM 2006.

Der blonde Pfeil ist tot.
Man nannte ihn Lanzenspitze, General, El Alemán
* oder eben den blonden Pfeil: mit Alfredo Di Stéfano ist einer der erfolgreichsten und besten Fußballer aller Zeiten am 7. Juli mit immerhin 88 Jahren gestorben.

Di Stéfano war in den fünfziger und sechziger Jahren der Star von Real Madrid, mit ihm verbindet man das goldene Jahrzehnt Reals: die acht spanischen Meisterschaften zwischen 1956 und 1964, die
fünf Siege in Serie [!] im neu geschaffenen Europapokal der Landesmeister (1956-1960) und den Sieg 1960 im Weltpokal.

Di Stéfano erhielt seinen Spitznamen, als er noch in seinem Heimatland Argentinien Fußball spielte. Nachdem er zu River Plate, dem Club, bei dem er angefangen hatte, zurückgekehrt war, erzielte er 27 Tore in 30 Spielen und hatte so großen Anteil daran, dass sein Club Meister wurde.

Natürlich wurde die argentinischen Presse auf ihn aufmerksam. Der Journalist Roberto Neuberger, der bei El Grafico arbeitete, beschloss, ihm den Spitznamen
Saeta Rubia zu geben.

Seine
pfeilschnelle Geschwindigkeit auf dem Feld war entscheidend in vielen Spielen und das Adjektiv "Rubia" – blond – bezog sich auf die Farbe seiner Haare.

Die Fans mochten diesen Spitznamen. Bei jedem Heimspiel sang das Publikum sein Lied: "Socorro, socorro. Ahí viene la Saeta con su propulsión a Chorro" – Hilfe! Hilfe! Hier kommt der Pfeil mit seinem Düsenantrieb." Später wurde er auch bei Real Madrid so genannt.



 
12.07.2014
Croissant mit Deutschlandfahne

Hinweispfeil
Vor einem Café in Berlin Charlottenburg...
Ich sammle ja als Referenz zu meinem Darsteller *01 Gehirn Abbildungen von Croissants im öffentlichen Raum, auf Verpackungen und in der Werbung.

Hier nun
ein schön trashiges 7-segmentiges Croissant, was von Sonne beschienen und mit Deutschlandfahne für ein Stehcafé wirbt.


Ob der wohlgenährte Bäcker freundlich aufmunternd oder eher höhnisch winkt? Vielleicht ist es gar ein Franzose (– ausgewiesen durch die 2 Baguettes)?



Die aktuellsten Monatshefte kann man hier als PDF herunterladen
11.07.2014
Frag nicht. Oder: die Beweglichkeit...

Frag nicht. Oder: die Beweglichkeit des Gedächtnisses. Hannes Kater. Für "I Am", Ritter 17, 2014
Frag nicht. Oder: die Beweglichkeit des Gedächtnisses. Hannes Kater. Für "I Am", Ritter 17, 2014
Frag nicht. Oder: die Beweglichkeit des Gedächtnisses. Hannes Kater. Für "I Am", Ritter 17, 2014
Ansichten von der räumlichen Wandzeichnung, die beiden oberen zeigen den Endstand...
... des Gedächtnisses: erste Ansichten.



Natürlich war ich Bremen auch auf der Suche nach interessanten Pfeilen. Das
Bremer Theater nutzt einen Pfeil als Logo und gibt sogenannte Monatshefte* heraus, in denen es sogar die Rubrik "Pfeil des Monats" gibt.
LP 1320
LP 1320: Der Bremer Theaterpfeil am Giebel des Hauses am Goetheplatz, im Vordergrund ein Verkehrsschild mit Pfeil
Das scheint doch für einiges Pfeil-Bewußtsein zu sprechen... allerdings wirkt mir ihr Pfeil wenig hoffnungsvoll, sondern eher vorsichtig umständlich, fast schon stagnierend, wenn nicht gar rückwärtsgewandt – und so verblüffend symptomatisch für die gesellschaftliche Relevanz und Wirkung von Theater heute...
Ob das so gemeint war und ist?

Leider war im Bremer Theater auf telefonische und schriftliche Nachfrage niemand in der Lage oder Willens, mich binnen einer Woche mit einem Statement zu ihrem Pfeileinsatz zu beglücken.

Falls doch noch was kommen sollte, werde ich das natürlich nachreichen.



Und noch ein Bremer Fund:
LP 1321
LP 1321: Verkehrsschild mit Abbiegepfeil, dessen Zeigewirkung durch die vielen Sticker erstaunlich wenig geschmälert wird, da die Kleber entweder auf der Pfeilbahn sitzen, oder aber die Pfeilbahn in Zeigerichtung verlängern.



Irgendwie ist es albern, die sich zwar auf den Raum beziehende und in den Raum ragende Zeichnung Raumzeichnung zu nennen... weil sie eben nur einen sehr kleinen Teil des Raumes bespielt.
30.06.2014
I Am

Raumecke von Ritter 17 in Bremen
Die Raumecke mit dem Treppenauf- bzw. Abgang, wo ich meine räumliche Wandzeichnung realisiseren werde...
Der aktuelle Arbeitstitel für meine räumliche Wandzeichnung* für die Gruppenausstellung I Am in Bremen demnächst ist:
Frag nicht. Oder: die Beweglichkeit des Gedächtnisses.


Heute fahre ich los – zu sehen ist das fertige Ergebnis dann
ab dem 4. Juli in der Ritterstr. 17 in Bremen.



   Einladungskarte zu I Am
Einladungskarte mit Hinweispfeilen
   Rückseite der Einladungskarte zur Ausstellung "I am – Daseinsvergewisserungen": exemplarische Ergänzung
WeitereKunstpfeile:
26.06.2014 – Kunstpfeil_34
07.06.2014 – Kunstpfeil_33
16.12.2013 – Kunstpfeil_32
09.09.2013 – Kunstpfeil_31
07.06.2012 – Kunstpfeil_30
30.03.2012 – Kunstpfeil_29
28.02.2012 – Kunstpfeil_28
17.10.2011 – Kunstpfeil_27
05.10.2011 – Kunstpfeil_26
21.06.2011 – Kunstpfeil_25
15.05.2011 – Kunstpfeil_24
[...]
29.06.2014
Kunstpfeil_35

Kunstpfeil_35
"Liegefigur" von Nele Probst
Kunstpfeil_35
Detailansicht: Pfeil als Nase
Nele Probst setzt in ihren Arbeiten öfter mal Pfeile ein, so auch bei ihrer Skulptur Barfuß, einer Liegefigur, die ca. 50 cm lang ist.

Hier eine Abbildung der vollständigen Figur (dann auch mit den namensgebenden Füßen) auf ihrer Website, da allerdings noch ohne
Nasenpfeil und Augen. Als Produktionsjahr ist dort 2011 angegeben, was für mich darauf hindeutet, dass Probst, solange ihre Arbeiten ihr Atelier noch nicht verlassen haben, diese immer mal wieder verändert.

Die Gesicht gebenden Teile der Skulptur sind auch nur mit einem Gummi am Holzkopf-Klotz befestigt, Änderungen also durchaus weiterhin möglich.


Vgl. auch mit LP Nr. 399, einem weiteren "Nasenpfeil".



Siehe auch: Noch ein Syndesmoseanriss
**  ... vielleicht ja auch wegen der Pinkelaffäre? Der DFB gilt bei solchen Zwischenfällen als humorlos...
28.06.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1317
Herzbäckchenpfeile in unrunden Blasen (links) und in einem Blumendekor (rechts)
Lieblingspfeile 1319
Wechsel-Pfeile
Lieblingspfeile Nr. 1319
Nicht herzlos wirken sollender Herzbäckchenpfeil

Nachrüstung: ersetzt wird Panini WM 2014 Brasilien
Version GER / AT - Nr. 502 Marco Reus, der sich im letzten WM-Test gegen Armenien einen Teilabriss des Syndesmosebandes zugezogen* hatte und nun die WM verpasst, mit dem tatsächlich mitgreisten, aber noch nicht zum Einsatz gekommenen**, Kevin Großkreutz.

Man kann den Großkreutz ganz einfach an die Stelle kleben, wo vorher Reus Platz war, denn die Klebebildchenfirma hat in dem WM-Album erstmals
nicht die Namen, sondern lediglich die Nummern, die sie den Spieler zuordnete abgedruckt: so wird die Nummer 502 von Reus von der Nummer 502x von Großkreutz ersetzt...

Um diesen widrigen Umständen geschuldeten Wechsel anzuzeigen, kommen erstaunlicher Weise
Pfeile mit Herzbäckchenpfeilspitze zum Einsatz, die eher freundlich und niedlich, und nicht sachlich und schnörkellos wirken.

Beispiele für Herzbäckchenpfeile hier.



WeitereKunstpfeile:
07.06.2014 – Kunstpfeil_33
16.12.2013 – Kunstpfeil_32
09.09.2013 – Kunstpfeil_31
07.06.2012 – Kunstpfeil_30
[...]
26.06.2014
Kunstpfeil_34

Kunstpfeil_34
Detail einer Zeichnung von H.B. Kater
Die Zeichnung, aus der das links zu sehende Detail stammt, ordne ich einfach mal hier unter der Rubrik als Kunstpfeil ein, obwohl ich weiß, wie problematisch es ist, Bilder von Kindern als Kunst zu bezeichnen.

Aber: wenn von einem Kind eine Zeichnung gezielt angefertigt wird, um sie an einen Pfeilesammler wie mich
zum Geburtstag zu verschenken, dann kann man den reflektierten Einsatz von Pfeilen in diesem Fall schon als eine Art Kunstwollen betrachten...



Werbetext von:
Connox Wohndesign
**  Elaine and Eddie Sherman are alone in the office working on writing copy.
Eddie: Hey, I think I got something here. The Bengalese Galoshes.
Elaine: Oh.
Eddie (reading): It's tough keeping your feet dry when you're kicking in a skull.
Elaine: You know, Eddie, that might be just a tad harsh for womenswear.
Eddie: Well, I'm not married to it.
Elaine. Oh. Well, um, in that case why don't we take the phrase, "kicking in a skull" and we tweak it, you know, just a hair, to something like, what, like "strolling through a dewy meadow"?
Aus: Seinfeld: The Fatigues, Season 8, Episode 6
Werbetext von: Magazin.com
25.06.2014
Lieblingspfeile

LP 1318
Zeichnung nach (analoger) Katalogabbildung, die mir als Ausriß zugeschickt wurde
Lieblingspfeile Nr. 1318
Nutzbarer Pfeil

"Dieser Pfeil ist nicht nur ein überzeugender
Aufbewahrer Ihrer Kleider – wenn er nicht gebraucht wird, stellt er auch noch ein dekoratives Highlight in Ihren vier Wänden dar."*

Ein überzeugender Aufbewahrer: Elaine Benes als Katalogtexterin für J. Peterman kommt mir in so Momenten in den Sinn...
**

"Abklappbarer
Kleiderhaken aus Aluminiumdruckguss. Die Form des Pfeils, die nach unten weisend angebracht wird, ermöglicht an den kurzschenkligen Enden das Aufhängen von Kleidungsstücken. Kleiderbügel finden ihren Platz an dem abgeklappten waagerechten Schenkel."*

Design: Gustav Hallén. Reddot Design Award Winner 2009."

Preis im Netz ab 49,- bis 53,- zzgl. Versand



 
18.06.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1317
Ist der Pfeil hier richtungsweisend – oder nicht?
Lieblingspfeile Nr. 1317
Nachnutzung?

Dieses
Verkehrsschild befand sich (noch) an einem Bauzaun-Element, das aktuell dazu genutzt wird, einen Bereich hinter temporären Toiletten und Ständen eines Public Viewing Spots auf einer Wiese neben dem Planetarium in Pankow so abzusperren, dass niemand über Versorgungsleitungen stolpern kann.

Interessanter Weise weist der Pfeil durchaus in
die richtige Richtung – und Autos, denen das Parken hier verboten werden müsste, sind auf der Wiese bestimmt nicht unterwegs.

Es sieht also ganz danach aus, als würde der Pfeil des Verkehrsschildes
sinnvoll nachgenutzt.


Der erste 1D-Code war der Barcode – engl. bar: „Balken“ oder „Strich“ – wurde 1949 in den USA zum Patent angemeldet. In Europa modifiziert kann er eine 13 stellige Artikelnummer + eine Prüfziffer codieren.
1D steht für "eine Dimension": hier gelten nur die Werte auf der x-Achse, bei einem 2D-Code wird die y-Achse mit berücksichtigt, die Striche, bzw. Balken also in viele kleine quadratische Einheiten aufgeteilt.
 
16.06.2014
Vorwärtsfehlerkorrektur

Hinweispfeil
So gefunden in Berlin Lichterfelde
Bei meinem beschädigten 2D-Code* [siehe Eintrag vom 12.06.2014] handeltete es sich um einen DataMatrix-Code und nicht um einen QR-Code. Der ältere DataMatrix-Code hat nicht die auffälligen Quadrate in 3 seiner Ecken und sieht so "unauffälliger" aus und kann – dann in 4-fach grösserer Form als in meinem Beispiel – mit 2235 ASCII-Zeichen nur etwas mehr als die Hälfte eines QR-Codes speichern.


Die
Vorwärtsfehlerkorrektur (forward error correction, kurz FEC; manchmal auch error detection and correction, kurz EDAC) ist eine Technik, die dazu dient, die Fehlerrate bei Übertragung von Informationen zu senken, und stellt ein Fehlerkorrekturverfahren dar.

Wenn in einem Übertragungssystem Vorwärtsfehlerkorrektur eingesetzt wird, kodiert der Sender die zu übertragenden Daten
in redundanter Weise, so dass der Empfänger Übertragungsfehler ohne Rückfrage beim Sender erkennen und korrigieren kann.



 
15.06.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile LP 1316 - Detail
Aus einer Linie gebildeter Pfeil
Lieblingspfeile 1316
Aufsteller mit Werbung und Hinweispfeil
Lieblingspfeile Nr. 1316
Mit einer Linie gezeichneter gefüllter Pfeil

Ambitionierter Pfeil auf einer Hinweistafel vor den Kunstwerken in der Auguststraße in Berlin: mit einer einzigen Linie gezeichnet, wobei die Linie offen bleibt, also stolz Start- und Endpunkt vorführt.


Ein Café Bravo gibt es übrigens u.a. auch
in Plochingen (als Sky Sportsbar), in Vollmershain (Eiscafé und Bistro) und in Linz (Jeden Donnerstag von 15 bis 20 Uhr: 1/2 Bier für 2,90 €).



Das war der erste Satz aus dem Nachruf für den 1996 gestorbenen Joseph Brodsky von Schirrmacher...
**  Arno Wittmann: Frank Schirrmacher, der Enthusiast. In: FR, 12.06.2014
13.06.2014
Wir protestieren gegen diesen Tot*

Tod
"Schirrmacher war, auch darin war er den meisten seiner Kollegen in den Redaktionen weit überlegen, eine mimetische Intelligenz. Er lernte, indem er die Haltung dessen einnahm, von dem er etwas lernen wollte.
Man konnte das Anfang der Neunzigerjahre beobachten, wenn er in der Kantine des Berliner Ensembles Heiner Müller gegenüber saß und ihn so ansah, dass der sich in ihm erkannte. Saß Schirrmacher Reich-Ranicki gegenüber, geschah fast dasselbe. Weder Müller noch Reich-Ranicki waren von dem Spiegelbild, das ihnen Schirrmacher bot, entzückt. Sie spotteten gerne über ihn. In Wahrheit aber waren sie völlig wehrlos. Schirrmacher war offensichtlich so begeistert von ihnen, wie sonst nur sie selbst es waren."
**

Er war mit der interessanteste auf Wirkung bedachte Journalist des Landes...

Im Gespräch mit Fefe und Frank Rieger.



* Für normale QR-Codes existieren vier Fehlerkorrektur-Levels, die eine Rekonstruktion von 7 % (Level L) bis zu 30 % (Level H) beschädigter Daten zulassen. Dabei kommt die Fehlerkorrektur der Reed-Solomon-Codierung zum Einsatz.
Reed-Solomon-Codes (kurz RS-Codes) sind eine Klasse von zyklischen Blockcodes und werden im Rahmen der Kanalkodierung zum Erkennen und Korrigieren von Übertragungs- oder Speicherfehlern als Teil einer Vorwärtsfehlerkorrektur eingesetzt. Sie bilden eine spezielle Unterklasse der allgemeinen Klasse der BCH-Codes. RS-Codes sind MDS-Codes, womit sie im Rahmen der Kodierungstheorie als optimale Codes gelten.
12.06.2014
Langsame Antwort auf einen QR-Code

Ticket mit 2D-Code - Detail
Ausschnitt mit 2D-Code
Ticket mit 2D-Code
Eintrittskarte ca. 2 Wochen nach Erwerb
Vor einiger Zeit habe ich die Auftritte der aktuellen Berlin Biennale im Haus am Waldsee und in den Dahlemer Museen besucht [siehe Eintrag vom 30.05.2014] und wollte mir nun mit meinem damals erworbenen und seit dem immer am Mann mitgeführten Kombiticket regulär die Ausstellung in den Kunstwerken in der Auguststraße besuchen.

Aber die Einlaßkontrolle lies mich mit meinem nicht mehr ganz taufrischen Ticket nicht passieren, mit ihrem normalen Scangerät konnten sie den
Quick Response Code meines Tickets (Abb. links) nicht mehr auslesen: es gab eine Fehlermeldung.*

Mit einem anderen Gerät an der Hauptkasse ging es dann angeblich doch – vielleicht ahnte die Mitarbeiterin auch, dass ich durchaus bereit gewesen wäre, ziemlichen Stunk zu machen. Oder sie war einfach nur nett.



Semiotics of culture in der engl. Wikipedia
** Vgl. mit:
Posner, Roland (2003): Kultursemiotik. In: Ansgar und Vera Nünning (Hrsg.): Konzepte der Kulturwissenschaften. Stuttgart: Metzler. S. 39
Fiske, John (1990): Introduction to Communication Studies. 2. Auflage, London, New York: Routledge. S. 40, 115
Edgar, Andrew; Sedgwick, Peter (1999): Key Concepts in Cultural Theory. London, New York: Routledge. S. 351-353
WeitereKunstpfeile:      
16.12.2013 – Kunstpfeil_32
09.09.2013 – Kunstpfeil_31
07.06.2012 – Kunstpfeil_30
30.03.2012 – Kunstpfeil_29
28.02.2012 – Kunstpfeil_28
17.10.2011 – Kunstpfeil_27
05.10.2011 – Kunstpfeil_26
[...]
07.06.2014
Kunstpfeil_33

Kunstpfeil_33
Katja Novitskova: Energy Release, 2014. Aluminium, Airbrush.
ca. 100 x 90 x 90 cm.
In: Spirit, Curiosity and Opportunity. 03.05.2014 bis 28.06.2014,
Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler
Katja Novitskova hat laut ihrem Lebenslauf einen Bachelor in Semiotics and Culture Studies (von der University of Tartu, (EE)) und das scheint durchaus Folgen für ihre Arbeit gehabt zu haben...

Semiotics of Culture ist ein Forschungsfeld innerhalb der Semiotik*, das die Kultur aus einer semiotischer Perspektive zu definieren versucht. Danach ist Kultur eine symbolischen Aktivität der Menschen, also die Schaffung von – sinnvollen – Zeichen und Symbolen, und die damit einhergehende Möglichkeit, diesen Zeichen und allem anderen einen Sinn zu geben.

Laut englischer Wikipedia wurde dieser Ansatz besonders in der Tartu-Moscow Semiotik School verfolgt... allerdings war auch für sie das Hauptzeichensystem das Sprachsystem.



Im deutschen MedienKulturWiki hört es sich so an:
"Die
Kultursemiotik erweitert den Anwendungsbereich der Zeichentheorie von der Linguistik auf die Kulturforschung und damit auf die Analyse von Literatur, Musik, Fotografien, Werbeanzeigen und Kleidung. [...] Eine zentrale Annahme ist dabei, dass die Form der Kultur und die Form ihrer Zeichen und Kodes in einer Wechselbeziehung stehen. Dies beinhaltet zum einen, dass kulturelle Kodes in Abstimmung mit den Bedürfnissen einer Gesellschaft entstanden sind und zum anderen, dass Angehörige einer Kultur Realität nur in den begrifflichen Formen ihrer Kultur erfassen."**



Dieser Abschnitt stammt aus Notizen von Herrn Stein. Der sah Ende 1930 eine Kopie einer "ziemlich stark korrigierten" Mitschrift von Waismann von einer Vorlesung von Wittgenstein und hielt die in Auszügen fest...
**  Hier steht zugegebenermaßen im Text ein "nicht"...

Nun ja, im Vorwort auf Seite 20 ist es so formuliert:
"Die Bedeutung eines mathematischen Begriffs ist die Art seines Gebrauchs, der Sinn eines mathematischen Satzes die Methode seiner Verifikation."
05.06.2014
Lesen lernen

Wittgenstein und Heidegger
Wittgenstein ist schon eher die Basis für die wichtigen Dinge als Heidegger.
Manchmal klingt er allerdings erstaunlich nach ihm: "Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist."
Neulich kam mein Sohn ins Zimmer und fragte: »Sag mal, ist das Buch, was da im Badezimmer liegt, von einem Ludwig Wittgenstein?«

»Ja. Und du lernst wirklich immer besser lesen. Toll.«

Inzwischen ist mir klar geworden, dass
meine Lesart des ersten Abschnitts aus "Sinn und Bedeutung"* sich sehr unterscheidet von der normaler Leser – mit einigen kleinen Eingriffen im Text wird mein Überlesen eines "nicht" und der andere Gebrauch des Textes nachvollziehbarer:

"Der Sinn eines Satzes ist die Methode seiner Verifikation. Diese [Methode] ist nicht das Mittel, um die Wahrheit eines Satzes festzustellen, sondern [diese Methode ist] der Sinn selbst. Diese[n Sinn] muss man kennen, um den Satz zu verstehen.
Nach einer Methode der Verifikation kann man [...]** suchen. Nur das, was durch die [angewandte] Methode [– ob die scheinbar nähstliegende oder eine ge- oder erfundene –, für die man sich entscheidet,] festgestellt wird, kann der Satz sagen."



04.06.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1315
Bushaltestelle in Neuruppin
Lieblingspfeile Nr. 1315
Auf sich selbst verweisender Doppelpfeil

Die
ORP, kurz für Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, benutzt eine sehr lokal wirkende Variante eines von Transportunternehmen in Logos gerne eingesetzten Doppelpfeils: hier bewegt man sich eher im Kreis als anderswo...
vielleicht ein selbstbewußter Umgang mit dem Umstand, dass man Provinz ist?


Vergleiche zum Beispiel die Logos von Verkehrsbetrieben von:
- BVG (in Berlin)
- Path (in NYC)



* Do-It-Yourself-Urbanismus. Hanno Rauterberg im Gespräch mit Reinhard Jellen über neue Tendenzen des Stadtlebens. Telepolis, 01.06.2014

Nach der Feststellung, dass die "
Lösung des Mietproblems unmöglich" sei, schwadroniert Rauterberg munter weiter:
"Mein Buch [...] schildert, wie sich viele Bürger den öffentlichen Raum auf mannigfache Weise aneignen und wie sie ihn verändern."
[...]
"Bei vielen Menschen wächst die Bereitschaft, sich auf ungewohnte Spielformen des Öffentlichen einzulassen."
[...]
"Gleichwohl fällt auf, dass zumindest einige dieser Bewegungen gerade deshalb in die Stadt drängen, weil sie dort Räume für ihre geteilten, kollektiven Interessen finden."
[...]
"Nicht nur in den Metropolen, auch in kleinen Städten gibt es diese Ansätze, den eigenen Lebensraum neu wahrzunehmen und für sich selbst und andere zu reklamieren."

usw.


02.06.2014
Gentrifizierung...

nicht zu verkaufen!
nicht zu verkaufen!
Haus in der Lehderstraße mit Infoschildern...
(Hier noch ohne Infoschilder zu sehen)
Seit nun knapp zwei Jahren geht nun auch um den Antonplatz in Berlin-Weißensee – also in der Gegend des Ateliers – die Post ab: inzwischen gibt es keine unbebauten Brachgrundstücke mehr, dafür aber Schilder in Schaufenstern wie das links zu sehende...

Im Rahmen der Veröffentlichung von "Wir sind die Stadt!" gibt der Autor Hanno Rauterberg vermehrt Interviews und sagt dann Sachen wie: "Andere versuchen das eigene Quartier möglichst marode erscheinen zu lassen, indem sie überfüllte Wäscheständer auf den Balkon stellen, zerschlagene Fensterscheiben simulieren oder Zettel an Laternenpfähle kleben, auf denen vor wachsender Gewalt gewarnt oder über angeblich auf dem Kinderspielplatz gefundenes Spritzbesteck informiert wird.

Anleitungen für solche Angstkampagnen werden als "Abwertungskit" im Internet verbreitet. Daraus spricht aber, so wie aus den anderen Aktionen auch, vor allem Verunsicherung.

Auf politischem Wege – oder gar auf dem Wege des pragmatischen Handelns im öffentlichen Raum – scheint für die Stadtbewohner eine Lösung des Mietproblems unmöglich."*



* Niklas Maak in der FAZ:
"Wobei verschärfend hinzukommt, dass in dem Maße, wie die Besucherzahlen steigen (
mittlerweile besuchen mehr Menschen Museen als Fußballstadien), die Gegenwartskunst zunehmend selbstreferentieller und abweisender auftritt, wie ein beleidigter Eremit, der nicht gestört werden will. Ihre Fadheit kann einen ebenso ratlos machen wie ihre Ambition."
(In: Berliner Kunstbiennale. Diese schönen Dinge, die keine Kunst sind. FAZ vom 30.05.2014)

Schön dazu ein Leserinnenkommentar:
"Prima polemisiert, scharfsinnig analysiert und in seinem substanzlosen Fazit genauso ennui, wie die erwähnt bornierte und selbstrefentielle Gegenwartskunst. [...]"
(Von: Gertrude de Rose)


Und noch was von mir:
wenn denn die Kunst wenigstens
vernünfig – meint erhellend –
selbstreferenziell wäre... aber selbst das ist sie nicht.
Und: Abweisend und geheimnisvoll auftreten hilft – zumindest einige Zeit lang – kritische Fragen zu vermeiden... aber dann kann das Interesse noch abrupter erlöschen, als bei einer normaleren Beziehung. Das gilt natürlich für alle Beziehungen: ob zu Menschen oder zu so was wie Kunst/ Kunstwerken...

30.05.2014
Berlin-Biennale: banal, öde und kitschig

Leiderstam im Haus am Waldsee - Berlin-Biennale
Leiderstam im Haus am Waldsee - Berlin-Biennale
Haus am Waldsee: Matts Leiderstam im ersten Stock. Wenn man Kunst bei Manufactum bestellen könnte, so sähe sie aus. Wertkonservative Nach-Moderne ("Es gibt sie noch, die guten Dinge"): das kann nicht funktionieren.
Der Teil der Berlin Biennale, der im Haus am Waldsee präsentiert wird, offenbart ein besonderes kuratorisches Unvermögen. Jede Wette: mit Studenten einer beliebigen deutschen Kunsthochschule, bzw. -akademie, hätte man eine relevantere und unterhaltsamere Präsentation erarbeiten können.

Zugegeben, es ist schwierig, Kitsch zu definieren, was nicht zuletzt deutlich wird an der Unübersetzbarkeit dieses deutschen Wortes. Angeblich zählen britische Übersetzer Kitsch zu den zehn am schwierigsten zu übersetzenden deutschen Worten – als Lösung verwendet man das Wort einfach auch im Englischen. Sogar die Franzosen verwenden, mangels adäquater Übersetzung, manchmal das deutsche Kitsch.


Laut Wikipedia lassen sich u.a. folgende
Kriterien für Kitsch anführen:

-
Stereotype und Klischees: Kitsch wiederholt, was dem Betrachter bereits geläufig ist. Vom Kunstwerk wird Originalität erwartet.
(Innovationszwang der Kunst)

- falsch im Material (etwa: unreflektierte Verwendung von ehedem gefundenen und in damaligen Kontexten sinnvollen Materiallösungen, also Nachahmung von im Kunstbetrieb erfolgreichen Arbeiten)

-
falsch im Ort (etwa: Erzeugnisse der Kulturindustrie – aka Kunstbetrieb – sehen aus wie "authentische Kunst von unten", etwa Kunst von nicht Etablierten in nicht kommerziellen und institutionalisierten Ausstellungsorten)

-
falsch in der Zeit (etwa: besungen wird eine heile kritische aufklärische Welt der Kunst, die es so nicht (mehr) gibt)

- Personen, Ereignisse etc. nehmen einen
rituellen Wert an, der ihnen nicht zukommt (unechter Mythos, nach Gillo Dorfles)

- Auch eine unrealistische
Anhäufung von negativen Klischees wird als Kitsch aufgefasst. Holthusen prägte dafür die Bezeichnung „saurer Kitsch“

- Im Gegensatz zum Kunstwerk, das Spielraum für Interpretation zulässt (Interpretation sogar fordert),
ist Kitsch nicht auslegbar. (pseudogeheimnisvoll, mit der Tautologie-Falle arbeitend)

- Leichte Reproduzierbarkeit (sozusagen
Massenware für den Kunstbetrieb...)


Als psychologische oder soziale Attribute solcher als kitschig bezeichneten Empfindungen nennt die Kritik u.a.:
Konfliktlosigkeit, Kleinbürgerlichkeit, Massenkultur*, Verlogenheit, Stereotypisierung, Wirklichkeitsflucht, und etwa dümmlich Tröstendes.



07.05.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1314
Hinweis auf das "Gleis 6" in der S-Bahn Station Henningsdorf in Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1314
Pfeil mit beschädigter Spitze

Der beschädigte Pfeil funktioniert eigentlich noch recht gut – allerdings wirkt er schon etwas aus dem Gleichgewicht gebracht... auch ein Nachteil der "nicht angebundenen Pfeilspitze". (Hier dazu ein frühes Beispiel aus meiner Sammlung)


23.02.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1313
Hinweis in der S-Bahn Station Lichterfelde West in Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1313
Pfeil mit weggebrochener Spitze

Der beschädigte Pfeil funktioniert zwar immer noch – aber der fast "genaue" Einschnitt an seiner Spitze irritiert doch sehr.



22.02.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1312 Lieblingspfeile 13012
LP 1312: Suche mit Hilfe von Pfeilen nach armen Schweinen, die sich gegen kleines Geld als Probanden für Arzneimitteltests zur Verfügung stellen
Lieblingspfeile Nr. 1312
Parasitär von Pfeilzeigewirkung profitierende Platzierung eines handschriftlichen Hinweises

Es steht ihm auf die Stirn geschrieben: Geschickt platziertes Graffiti mit Hinweis auf eine Internetseite: fast schon ein Kainsmal, allerdings stolz lächelnd präsentiert und durch hinweisende Pfeile zusätzlich illuminiert. (Das Kainsmal ist ja paradoxer Weise nicht nur das Erkennungszeichen des (Bruder-)Mörders ("Daraufhin machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde."), sondern auch ein Schutzzeichen, das den Träger des Zeichens vor einem gewaltsamen Tode bewahren soll.)


Achtung: "ukr.stream.tv" mit Punkt zwischen "ukr" und "stream" ergibt ein "This doman is for sale". Man muss den Punkt weglassen.
(Natürlich nicht so schlau, falsche Adressen zu hinterlassen... )



"Ein Irrtum ist es übrigens, wenn die Verfasser [einer Publikation über amerikanische Indianerschriften] meinen, die [hier vorgestellte] Schrift würde mit augenscheinlicher Leichtigkeit gelesen. Eine Schrift, die nach dem Grundsatz arbeitet: Für jedes Wort des Textes ein Zeichen!, kann nur dann sicher gelesen weden, wenn es sich um eine Sprache vom Bau etwa der Bamumsprache handelt, oder vom Bau der chinesischen Sprache; in der Eskimosprache kann eine solche Schrift höchstens andeuten. Wenn nach Aussage der Verfasser jemand anders, als der Schreiber selbst, ein ihm vorgelegtes Schriftstück lesen konnte, und sogar mit augenfälliger Leichtigkeit, so war es ihm entweder vorher schon einmal gezeigt und erklärt worden, oder er wußte – oder erkannte doch aus irgendwelchen Anzeichen auf den ersten Blick –, um welchen [biblischen] Spruch es sich handelte. Und diesen Spruch kannte er auswendig und konnte ihn, nun vielleicht an den Zeichen auch noch eine Gedächtnisstütze findend, ohne Schwierigkeiten hersagen."
Alfred Schmidt in seinem "Nachtag" zu seiner Veröffentlichung
20.02.2014
Frühes Stadium einer Schrift

Daniel in der Löwengrube Daniel in der Löwengrube
(Freie Nacherzählung von Dan. 6)
*

1. "und dann". — 2. "jener". — 3. "Herr" (hier = König, englischer Schriftzug king als Wortzeichen). — 4. "jener". — 5. Mißglückter Anfang des Namenszuges Daniel, der dann unter 6. folgt. — 6. Daniel (Namenszug als Wortzeichen). — 7/8. "der Herr" (König) "bewies ihm Liebe". Von einer Gestalt, die durch den eingestemmten Arm und außerdem durch den darüber gesetzten englischen Schriftzug king als König gekennzeichnet ist, geht eine Linie aus, die diese Gestalt mitsamt einer anderen zum Zeichen der Zusammengehörigkeit umschließt. Die zweite Figur ist durch den unter 8 folgenden Namenszug als Daniel gekennzeichnet. — 9. "jene" (phonetisch vertreten durch imgutâ "er wickelt ein"; vgl. 2). — 10. "Kirchenmitglieder" (man beachte den von biblischen Bildern übernommenen Heiligenschein. Zweifachsetzung der Figur für den Plural). – 11. "sie waren Aufseher" ("sehen" durch übertrieben große Augen angedeutet (abgleitet von tarîkâ "er bewacht ihn (oder es)", Pluralbezeichnung hier wie in 10. durch Zweifachsetzung). — 11a. Abschnittzeichen. — 12. "Und dann". — 13. "jene". — 14. "Weisen" (das Zeichen ursprünglich für "Gedanke", wobei die Wellenlinie andeutet, dass die Gedanken aus dem Innern des Menschen kommen; Plural durch Dreifachsetzung der Figur). — 15. "beneideten" (phonetische Vertretung durch tsiutik "Ohren"). — 16. "dieses" (hindeutende Gebärde). — 17. "seines Begünstigt-seins" (vgl. 7/8.). — 18. "durch den König" (englisch king) — 19. "wegen" (phonetische Vertretung durch pitigtsaun "Schießgerät"). — 20. Abschnittszeichen.

usw.

Quelle: Alfred Schmitt (unter Mitarbeit von Rev. John Hinz): Untersuchungen zur Geschichte der Schrift. Eine
Schriftentwicklung um 1900 in Alaska, Leipzig 1940

18.02.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeil LP 1311
LP 1311: Werbung und Hinweispfeil / U-Bahnhof in Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1311
sozusagen Dreiviertel-Pfeilspitze

Mit solchen Dreiviertel-Pfeilen wurde überall in Berlin für die gerade zu Ende gegangene Berlinale geworben...

Bei so einem Pfeildesign schwingen einige
Retro-Momente mit: an die 60iger Jahre erinnert die kurze Pfeilbahn und die minimalistische Attitüde, die an die Hochzeit des Helvetica-Einsatzes gemahnt. Das Orange ist für die 70iger Jahre etwas zu dunkel und erinnert daher eher an die 90iger...


Gesehen habe ich vom Festival – immerhin – einen Film. Zusammen mit dem Kind (und zugegebenermaßen auch nicht von mir organisiert): Loulou, das unglaubliche Geheimnis (Loulou, l'incroyable secret. R: Grégoire Solotareff und Éric Omond, Frankreich 2013).

Das Timing war im Großen (die Geschichte, die Charaktere) und im Kleinen (Gags, visuelle Details) nicht besonders und das mit dem Einsprechen hat es auch nicht besser gemacht: ich bin eingenickt,
das erste Mal in meinem Leben im Kino eingeschlafen...

Interessanter Weise habe ich dieses "anders" beim ersten und zweiten Lesen überlesen...
15.02.2014
Zwei Zitate

"Was ist Spielen denn anderes als anders* denken?"
Devid Striesow
(Quelle: "Ich habe überhaupt keine Lust, mich zu beschränken". Striesow im Gespräch mit Jörg Michael Seewald,
in: FAZ 25.01.2014

"Ich arbeite als Zeichner nur mit Linien – und wehre mich wie blöd
gegen das lineare Anordnen von Inhalten.
Witzig oder?"
Hannes Kater, noch ganz begeistert vom Jukagirischen Liebesbrief vom 10.02.2014.



Die ersten Vorformen von Schrift, die sich in der Regel auch schon um eine gewisse Linearität bei der Anordnung der Zeichen bemühen [das Beispiel links ist unter der irreführenden Bezeichnung "the Yukaghir Love Letter" bekannt geworden und eine grosse Ausnahme!], werden meist als Inhaltsschrift (zuerst bei A. Schmitt, 1940) bezeichnet.

Mit leichten Bedeutungs-verschiebungen sind auch die Termini Ideenschrift, Bilderschrift, Semasiographie oder Ideographie und Piktographie (nach Althaus 1973) in Umlauf gekommen.

All diese Termini bezeichnen Verfahren, bei dem über einen sichtbaren Gegenstand bzw. über einen visuell fassbaren Zeichenträger ein komplexer Vorstellungsinhalt vergegenwärtigt werden soll, der in der Regel nicht mit einer bestimmten sprachlichen Ausdrucksform korrespondiert, sondern mit einem Denkinhalt, der durch unterschiedliche sprachliche Formulierungen wiedergegeben werden kann. Es wird also keine wortgetreue und keine lautliche Fixierung versucht...


**  Waldemar Jochelson: The Yukaghir and the Yukaghirized Tungus. The Jesup North Pacific Expedition, Volume IX, 1926
[Als PDF online bei der Research Library des American Museum of Natural History]
  update 25.02.2014
10.02.2014
Botschaft in Inhaltsschrift

Ideenschrift - sogenannter jukagirischer Liebesbrief (Yukaghir Love Letter) Mit dem Messer ritzten die Jukagiren-mädchen aus Nordostsibirien ihre Botschaften in Rindenstücke. Die Abbildung links ist eine Zeichnung von mir nach einer Zeichnung nach einer um 1895 herum verfaßten Nachricht.** Originale oder Fotos von den Rindenstücken scheinen nicht (mehr) zu existieren.

Das Volk der Jukagiren (Eigenbezeichnung Odul) zählte schon 1926 nur noch etwa 2000 Köpfe, von denen nur noch etwa 400 in der alten Sprache redeten… man kann davon ausgehen, dass ihre Sprache “aussterben” wird. Da den jungen Mädchen nach der herrschende Sitte
verboten war, ihre Liebe einem Mann in Worten zu gestehen – dieses Recht hatten nur die Männer – ritzten sie Botschaften in Birkenrinde und steckten sie bei Tanzfesten den Männern zu.

So kann man die Botschaft deuten:
Die weibliche Figur (c) trauert. Die Striche (l-k) und (n-m), die sich mit der männlichen Figur (b) vereinigen, zeigen, um wen sie trauert. Ähnliche Striche sind in allen Fällen erforderlich, wenn auf der Zeichnung außer jenem Mann noch Figuren anderer Männer vorhanden sind. Die Striche (r-s), (t-u), (r-u), (t-s), die gewöhnlich zur Mitteilung gegenseitiger Liebe dienen, werden hier durchkreuzt von der Linie (v-x-y-z), die von Punkt (v) ausgeht. Sie bedeutet ein Hindernis, welches zwischen (b) und (c) entstanden ist. Neben der weiblichen Figur (a) sieht man zwei kleine Figuren, das sind Figuren von Kindern. Die wellenförmige Linie (d’-l), die von derm oberen Ende der Figur (c) ausgeht, besagt, dass die Gedanken von (c) bei (b) weilen. Eine solche Wellenlinie bedeutet immer etwas, was sich auf die Gedanken bezieht. Die mänliche Figur (d) sendet eine gleiche Linie aus zu der weiblichen Figur (c), erhält aber keine Antwort.

Den
Inhalt der Nachricht kann man so wiedergeben:
Du reist ab. Du wirst eine Russin lieben, die dir den Weg zu mir versperren wird. Ihr werdet Kinder bekommen und du wirst ein Familienleben genießen. Ich aber, stets traurig, werde nur an dich denken, obwohl hier bei mir ein Mann ist, der mich liebt.



08.02.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1310
Ausschnitt aus einer Zeichnung ("Die Freunde werden von einem Gewitter überrascht) eines 6 Jahre alten Kindes
Lieblingspfeile Nr. 1310
sozusagen ein Blitzpfeil

Wenig zackig, dafür mit Pfeilspitze: die Ausführung der Blitze in dieser Kinderzeichnung freut mein Pfeilsammlerherz.


06.02.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1309
Ausschnitt aus einem Werbeplakat für ein Konzert von Tokyo Sex Destruction + Val Sinestra am 15.11.2013 im WTFF (White Trash Fast Food) in Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1309
revolutionärer Pfeil?

Naja, ich muss zugeben, dass ich etwas nachgeholfen – also die pfeilige Situation etwas mehr herausgearbeitet – habe.


So sah das Detail
wirklich aus:




Nach: Immobilien- und Mietenentwicklung 2013. In: Wirtschaft am Mittag. Michael Braun, Deutschlandfunk 30.12.2013
  Berichte zu 2012:
Die Mieten in Berlin sind 2012 noch schneller gestiegen als im Vorjahr. Bei Neuvermietungen auf dem freien Wohnungsmarkt verzeichnete man einen Anstieg von durchschnittlich knapp 14 Prozent. Im Vorjahr lag der Zuwachs bei rund acht Prozent. Bis zu 17 Euro pro Quadratmeter werden mittlerweile in der Hauptstadt verlangt.
Quelle: Die Mieten steigen noch schneller, Thomas Loy im Berliner Tagesspiegel am 30.01.2013
01.02.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1308
Sticker an der Rückseite eines temporären Verkehrsschildes, entdeckt im Dezember 2013 in Berlin Charlottenburg. Vermutlich bezieht sich der Sticker auf einen Antrag der Wählergruppe "Die Andere", die in Potsdam 3 Stadtverordnete stellt. Sie forderten im April 2012 "eine Senkung aller Wohnungsmieten im Bestand der Städtischen Wohnungsgesellschaft um 20%"
Lieblingspfeile Nr. 1308
gewollte Pfeil-Haus-Unschärfe

Schön, wie hier absichtsvoll mit einer Pfeil-Haus-Unschärfe gearbeitet wird.
Den höchstwahrscheinlich schon länger auf der Rückseite eines temporären, also transportablen, Verkehrsschuldes klebenden Sticker (Aufkleber), entdeckte ich erst kürzlich....


Aktuelle Mietentwicklung:
Bundesweit sind offiziell die Mietpreise im vergangenen Jahr 2013 nicht schneller gestiegen als die Inflationsrate – mit einer Ausnahme: Berlin.

Einschlägige Mietpreisspiegel im Internet weisen etwa für kleine Wohnungen bis 40 Quadratmeter in Berlin Prenzlauer Berg für März 2013 einen durchschnittlichen Mietpreis von 10,28 Euro je Quadratmeter aus. Im Oktober waren es schon 16,79 Euro – binnen eines halben Jahres also
ein Preissprung von 63 Prozent.*



FAZ: kurzer Beitrag auf der 'Recht und Steuern' Seite vom 10.08.2005
 
23.01.2014
Lieblingspfeile

Lieblingspfeile 1305
LP 1305: Pfeil vor einem Kiosk im U-Bahn-Eingangsbereich Spichernstr., Berlin
Lieblingspfeile 1306
LP 1306: Hinweispfeil zu einem WC in einer Gastwirtschaft in Südtirol
Lieblingspfeile 1307
LP 1307: Werbe-Pfeil im U-Bahnhof Gesundbrunnen für eine Shopping Mall
Lieblingspfeile Nr. 1305, 1306 + 1307
Boden-Pfeile

Werbehinweise auf dem Boden werden nicht so häufig eingesetzt, weil das Werbemotiv nicht nur mit Füßen getreten wird, sondern auch schnell verschmutzen kann.

Bei den gelungeneren Beispielen spielt oft ein Pfeil eine dominante Rolle. Pfeile sind für Werbung auf dem Boden besonders gut geeignet, weil der Pfeil als Zeichen so robust ist, dass auch Beschädigungen oder Verdeckungen (etwa durch Dreck) meist ein erkennen des Zeichens kaum erschweren.

Hier 3 Beispiele:

LP 1305:
Pfeil und Farbband mit Pfeilen, die einen in einen Laden leiten sollen. Ein kräftiges helles Grün ist in U-Bahngängen auf dem Boden die überraschenste und so werbewirksamste Farbe.

In dem Zusammenhang fällt mir dieses Urteil wieder ein:
Unter der Überschrift "Kunden umgeleitet" berichtete die FAZ über ein Urteil des Oberlandesgerichts München, dass einem Elektronikmarkt
verbot, bei einem in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Konkurrenten "direkt gegenüber dem Eingang [...] mit Werbeschildern auf sich aufmerksam" zu machen. "Vor dessen Schaufensterfront hatte der beklagte Markt auf dem Fußboden mit Reklame-Aufdrucken und Richtungspfeilen mit der Aufschrift 'da lang' geworben." Es gelte in so einem Fall das Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme (Beschluss vom 22. Juni 2005 – 6 U 4627/04).*


LP 1306:
Handgemalter Hinweispfeil (direkt auf den Felsboden) zu einem WC (bzw. W.C.) einer Gastwirtschaft.
Das "W.C." könnte in die weisse Farbe reingekratzt sein – leider ist das auf dem Foto nicht eindeutig zu erkennen.


LP 1307:
Temporäre Werbung auf dem Boden eines U-Bahnhofes vor einer Treppe, die zu anderen Gleisen der Station führt. Anders als in obigem Beispiel LP 1305 versucht diese Werbung nicht farblich aufzufallen...



Insgesamt habe ich 50 digitale Schaschlikspieße in meinem 3D Modell von "Phänomenologie der Erfahrung (Kopf 2)" verbaut
22.01.2014
Ein Ausschnitt aus der...

Phänomenologie der Erfahrung (Kopf 2), 3D Modell, Hannes Kater 2014
Ausschnitt aus einer Umkreisung der Phänomenologie der Wahrnehmung in 24 Schritten
... Phänomenologie der Wahrnehmung.

Allein die Möglichkeit, diesen Eintrag (Ein Ausschnitt aus der Phänomenologie und so weiter) so beginnen zu können, rechtfertigt fast schon die Mühen mit dem 3D modeling und es wird immer deutlicher, dass ich endlich mit Beamern arbeiten sollte. Nicht nur wegen der Möglichkeit, 3D Kram sinnvoll zu zeigen, sondern auch um endlich Raumzeichnungen – zumindest partiell – animieren zu können.

Der vollständige Kopf 2 ist hier zu sehen.


20.01.2014
Vortrag / Lecture:

drüber
Morgen am 21.01.2014 (ein Dienstag!) halte ich in Halle neben und zu meiner Arbeit "Phänomenologie der Erfahrung (Kopf 2)" um 15:00 Uhr einen Vortrag.

Ort:
Kunstforum Halle in der noch bis zum 23.02.2014 laufenden Ausstellung "
Das Geheimnisvolle Organ – Die Vorstellung über Hirn und Seele von Johann Christian Reil bis heute".

Titel des Vortrags:
"Wie umgehen wir die scheinbar selbstverständlich gegebene Bedeutungen von Zeichen und geben ihnen so ihre symbolische Wirkung zurück: Denken als eine Praktik des künstlerischen Handelns".


Ich habe nach der Skulptur ein 3D Modell mit allen 42 Einzelteilen gebaut und kann nun einzelne Situationen gezielt herausgreifen und näheres zu den Bezügen der einzelnen Darsteller untereinander berichten.

Links ist eine der zwei Folien zu sehen, anhand derer ich die Hirn-Darsteller, also die 3er-, 4er- und 5er Hirne, vorstellen und ihr Zusammenspiel erläutern werde.

Hier kann man ein Foto von der Arbeit aus Styropor und Holzspießen sehen.

3D Modell von "Phänomenologie der Wahrnehmung (Kopf 2)", Hannes Kater 2014
   Detail von einer der Folien
   für meinen Vortrag über "Phä-
   nomenologie der Erfahrung
   (Kopf 2)"
spacer
Pfeil runter 31. Dezember 2013
spacer spacer spacer spacer spacer spacer

 Zum Seitenanfang



[ Home | Zeichnungsgenerator | Aktuell | Zeichnungen | Projekte | Texte | Service ]
[ Impressum | Mail an Hannes Kater ]