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Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung
14.06.2020
LP 1776 - Lieblingspfeil Nr. 1776 von Hannes Kater
Detail eines Firmenschildes, Lietzenburger Str., Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1776
Verpfeilter Buchstabe

Lustiges
verpfeiltes "E", Detail eines alten Firmenschildes einer Vertretung der Eilers-Werke, die als selbstständige Firma schon länger nicht mehr existieren, da sie von der Firma Brunnen übernommen wurden, die wiederum zur Schneider-Gruppe gehören. Die Eilers-Werke hatten schwerpunktmäßig Kalender produziert, deren Nachfrage aber, vor allem wegen der zunehmenden Digitalisierung der Terminverwaltung, so stark zurück ging, dass sie 2016 die Produktion ganz einstellten.



Teil 1: 10.04.2019
**  "Manchmal habe ich Angst vor mir". Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Peter Handke, geführt mit Peter Kimmel, über Lebenszorn, sein Verhältnis zu Geld – und über die Hochstapelei, die es bedeutet, ein Dichter zu sein. Die Zeit, 18.09.2014
07.06.2020
"Kunst kommt von Können" – Teil 2*

[…]
Frage: Ich frage so ausführlich nach Michael Haneke, um zu verstehen, wo Sie den Unterschied zu sich selbst sehen.
Handke: In einem Wort: Der ist ein Könner. Ich bin überhaupt kein Könner. Er ist aber ein unangenehmer Könner. Ich mag keine Könner.
Frage: Woran erkennen Sie einen Könner?
Handke: Er weiß genau: in welchem Moment muss ich welche Wirkung erzielen.
Frage: Ein Könner ist ein Rechner?
Handke: Man kann nicht können in der Kunst! Früher hat man gesagt, Kunst kommt vom Können. Aber Kunst kommt vom Lassen. Kunst bedeutet: das tun, was man nicht kann. Ich bin nicht dafür, dass man das Kindliche vor sich herträgt, aber in einem gewissen Sinn ist ein Künstler ein Kind.
Frage: Ist er auch ein Hochstapler?
Handke: Ja. Man stapelt hoch, und im Hochstapeln erwischt man doch eine Wahrhaftigkeit. Schon sich hinzusetzen und zu sagen, ich schreib jetzt ein Theaterstück, ich schreib jetzt einen Scheißroman oder irgendwas! Schon sich hinzusetzen und zu schreiben: "Die Jefferson Street ist eine stille Straße in Providence" – so wie mein Roman Der kurze Brief zum langen Abschied anfängt –, ist eine Hochstapelei. […]**



05.06.2020
3D-Modell der Station Bild/Text/Technobild – A Theory in Action. Für:

Hannes Kater: 3D Modell der Station Bild/Text/Technobild – A Theory in Action für Universalienforschung Universalienforschung, ein Bildprogramm für einen Raum für: Text Bild Exzess, Gruppenausstellung, Galerie Nord, Berlin 2019/2020

Das Modell wurde nach dem Ende der Ausstellung
nach der Realität gebaut, weil es wesentlich einfacher ist, so eine komplexe Station "in echt" zu entwickeln, als virtuell mit Hilfe eines 3D-Modells. Der Kamerastandpunkt der Ansicht liegt bei 600 cm über Null – und das Modell ist noch nicht vollständig mit allen real verbauten Teilen bestückt.

Mehr zum Projekt Universalienforschung hier.
Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung
02.06.2020
Lieblingspfeile

LP 1775 - Lieblingspfeil Nr. 1775 von Hannes Kater
Werbung an der Fassade des Ringcenter Frankfurter Allee, Berlin
Lieblingspfeile Nr. 1775
Pfeil mit Pfeilwirkung störender Pfeilbahn

Jedes Mal, wenn ich vom S-Bahn-Ring am Frankfurter Allee in die U-Bahn U5 umsteige, laufe ich an diesem verrückten Pfeil vorbei. Dank Corona ist jetzt war jetzt mal nicht so ein gedränge und ich konnte den Pfeil mit dieser
seltsamen Pfeilbahn und dem nicht wirklich appetitlichen Grillhähnchen darüber fotografieren.












Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung
01.06.2020
Lieblingspfeile

LP 1774 - Lieblingspfeil Nr. 1774 von Hannes Kater
Cut Out aus dem Jahr 2006 - Foto: Hannes Kater
Oben: aktuelles Graffiti am S-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin, unten ein altes Foto von einem Cut Out aus dem Jahr 2006
Lieblingspfeile Nr. 1774
Pfeil in einem aktuellen politischen Graffiti

Unter dem "
I can't breathe" am S-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin wurde, vom gleichen Urheber, auch ein Pfeil angebracht.

Das der Pfeil auf einen Start- und Sammelplatz für eine spontane, also nicht genehmigte. Demonstration hingewiesen hat... kann ich nicht ausschließen, aber eigentlich ist das nicht eine Gegend, in der solche Demos in Berlin stattfinden.


Unten die
geklebte Lunge habe ich 2006 fotografiert. Ich konnte schon damals die Grafik nicht eindeutig lesen: ist das auf der Lunge ein Raum mit Fenster, oder ein Kerker mit Gitter, oder eine Maske mit Filter, oder...



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung
26.05.2020
Lieblingspfeile

LP 1773 - Lieblingspfeil Nr. 1773 von Hannes Kater
Berlin Neukölln
Lieblingspfeile Nr. 1773
Pfeil-T-Shirt-Unschärfe

Gäbe es oben, an der
eventuellen Pfeilspitze, nicht die Andeutung eines Kragens, käme man kaum auf die Idee, hier ein mit "SCT" beschriftetes T-Shirt zu erkennen...

Allerdings ist es eher atypisch, ein so schmalschultriges T-Shirt positiv, also werbend, zu nutzen – aber das ein so großer Aufwand getrieben wurde, um auf eine eher feinsinnige Art die Gruppe "SCT" zu dissen, ist auch nicht sehr wahrscheinlich.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung
22.05.2020
Lieblingspfeile

LP 1772 - Lieblingspfeil Nr. 1772 von Hannes Kater
Graffiti auf Waschbeton, Berlin Neukölln
Lieblingspfeile Nr. 1772
Verpfeilter Buchstabe

Das große "A" ist sehr organisch Teil der wellenförmigen Pfeilbahn. Eventuell sind die "Schlenker" links vom "A" auch Schrift, etwa ein "n" (...was ein "ZnA" ergeben könnte, oder ein "u") – das tut der Schönheit aber keinen Abbruch.



Vgl. auch mit LP 1753


Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
26.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1771 - Lieblingspfeil Nr. 1771 von Hannes Kater
Hinweis an einem Laden in Berlin Prenzlauer Berg
LP 1771 - Lieblingspfeil Nr. 1771 von Hannes Kater
... mit modizifiertem Pfeil, der sich an der "Perspektive zwischen den zwei Protagonisten" orientiert
Lieblingspfeile Nr. 1771
Perspektivischer Doppelpfeil

Durch die Pandemie kommt es auch zu einem erhöhten Pfeilaufkommen. Überall kommen Schilder mit Pfeilen dazu...

Hier werden die 1,5 Meter, an die auch der Doppelpfeil erinnern soll, "Hygieneabstand" genannt.

Der Pfeil verjüngt sich etwas perspektivisch, aber deutlich mehr, als es der Größenunterschied der beiden Protagonisten nahe legen würde: so wirkt er präsenter, dynamischer... man könnte von einer
Bedeutungsperspektive sprechen.

Zudem ist er im Raum leicht gekippt, um ca. 45 Grad nach rechts gedreht...



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
25.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1769 - Lieblingspfeil Nr. 1769 von Hannes Kater
LP 1770 - Lieblingspfeil Nr. 1770 von Hannes Kater
Ein "Hier öffnen" in zwei Varianten auf Klopapierverpackungen...
Lieblingspfeile Nr. 1769 und Nr. 1770
Hinweispfeile auf Klopapierverpackungen

Zwei konträre Lösungen für den eigentlich gleichen Vorgang "HIER ÖFFNEN" bzw. "hier öffnen":
während in der oberen Variante mit zwei freundlich dezent-grünen Pfeilen der Vorgang des Auseinanderziehens der Verpackungsfolie an einer vorperforierten Linie dargestellt werden soll, weisen unten zwei deutlich rote Pfeile mit dynamisch eingekerbten Pfeilstart auf die Stelle, wo die Perforation zu finden ist, die einem ein unkompliziertes Öffnen der Verpackung des Klopapiers ermöglichen soll.

Die obere Variante ist von der Verpackung einer Packung Markenklopapiers von Hakle, die untere ist von der Verpackung von deutlich preiswerterem Klopapier einer Eigenmarke (Alouette) einer Drogeriekette.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
24.04.2020
Ruhige Straßen...

Blick vom Balkon - 2020-04-24 - Foto von Hannes Kater
Blick vom Balkon...
So laut wie in den letzten Wochen war es in den vergangenen Jahren nie bei uns: die kleine Straßenkreuzung, an der unser Haus steht, – und vorher die Abwasserführung – wurden und werden neu gemacht: da wackelt die Bude und die Baumaschinen lärmen... und ein herzhafter Teergeruch weht auch durch die Räume.




LP 1768 - Lieblingspfeil Nr. 1768 von Hannes Kater
LP 1768 - Lieblingspfeil Nr. 1768 von Hannes Kater
Das Logo der "ES Bautransport GmbH" an einem Rührwerkskessel...
Lieblingspfeile Nr. 1768
Logo mit Pfeil

Asphaltkocherverleih:
Mit Kocherfahrzeugen wird der Gussasphalt vom Asphaltmischwerk in beheizten Rührwerkskesseln zue Baustelle transportiert und dabei "weiter aufbereitet".

Durch das langsam laufende Rührwerk und die Beheizung im Kessel behält die Gussasphaltmasse stets ihren Zusatnd und ihre Verarbeitungstemperatur.



Ein sich ausbreitendes Logo, sowohl das "E", als auch das "S" verhalten sich so, dass sie deutlich über ihre Grundfläche hinauskragen... und der Pfeil, dessen Pfeilbahn die Basis, eigentlich den Sockel, für die Buchstaben bildet, unterstützt diese Ausdehnung, verbreiterung mit seiner leicht geneigten Pfeilbahn und seinen offensiv / optimistisch nach oben Zeigen...

Pfeilbahn als Logobasis...

Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
23.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1766 + 1767 - Lieblingspfeil Nr. 1767 + 1768 von Hannes Kater
LP 1767 - Lieblingspfeil Nr. 1767 von Hannes Kater
LP #1766, Berlin Wedding
LP 1766 - Lieblingspfeil Nr. 1766 von Hannes Kater
LP #1767, Berlin Wedding
Lieblingspfeil Nr. 1766 und Nr. 1767


LP #1766
Pfeil-Haus-Unschärfe

Durchaus kein Einzelfall: wenn für einen Dienstleister, der sich irgendwie um Häuser (Verkauf, Vermietung, Verwaltung, Reinigung, ...) kümmert ein Firmenlog gesucht wird, kommt es oft zu einer
Kombination von Haus-Zeichen und Pfeilen...



LP #1767
Pfeilpitze-Pfeilstart-Unschärfe

Dieser Pfeil kommt auf eine Art und Weise aus dem Fischmaul, dass das so
als Pfeilstart wahrgenommene Stück Pfeilbahn sich kaum von der unausgeprägten Pfeilspitze unterscheidet... und sich so Pfeilspitze und (scheinbarer) Pfeilstart optisch kaum unterscheiden.

Der Eingang scheint hier entweder links – oder rechts, irgendwie durch einen Fisch [?] hindurch, zu finden zu sein.


Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
 Als Beispiel: ein goßes kleines
 "A" in dem Wort "Tapir"
 Siehe auch:
 Ein Tapir mit Habgier
22.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1765 - Lieblingspfeil Nr. 1765 von Hannes Kater
Während eines Corona-Spaziergangs fotografiertes Schild an einem Gebäude im Wedding in Berlin
Lieblingspfeil Nr. 1765
Verpfeilter Buchstabe

Wegen der Sticker nicht so ohne weiteres zu erkennen: ein verpfeiltes "A"... "A" wie "Aufschwung".

Die Verpfeilungs-Lösung ist eher ungewöhnlich, weil hier die Statik des "A" zu Gunsten des Aufschwung anzeigen sollenden Pfeils aus der Balance gebracht wurde. Besonders überzeugend finde ich das Ergebnis auch deshalb nicht, weil duch die Verlängerung der linken Außenseite des großen "A" man den Eindruck gewinnt, es eigentlich mit einem kleinen "a", einem zumindest kleiner gemachten "A" (siehe Beispiel rechts in "Tapir"), zu tun zu haben – hier also ein "aufschwung" und nicht ein "Aufschwung" beworben wird.

Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
Aus: Tausend Plateaus. Gilles Deleuze und Félix Guattari. Merve Berlin 1992, S. 156 ff
**  Was aber zählt, ist weniger diese Zirkularität von Zeichen, sondern die Mannigfaltigkeit von Kreisen oder Ketten. Das Zeichen verweist nicht nur auf andere Zeichen innerhalb desselben Kreises, sondern auch von einem Kreis oder einer Spirale auf andere.
19.04.2020
Zeichen*

Man muss auf eine Pragmatik zurückkommen, in der die Zeichen niemals eine Universalität an sich, eine hinreichende Formalisierung, eine allgemeine Semiologie oder Metabedeutung haben.

Das signifikante Zeichenregime (das signifikante Zeichen) hat eine einfache allgemeine Formel:
jedes Zeichen verweist auf ein anderes, es verweist bis ins Unendliche nur auf Zeichen.

Deshalb kann man äußerstenfalls sogar
auf den Begriff des Zeichens verzichten, da man prinzipiell nicht die Beziehung zwischen einem Zeichen und einem Sachverhalt, den es kennzeichnet, noch eine Entität, die es bezeichnet, zurückbehält, sondern nur die formale Beziehung des Zeichens zum Zeichen, insofern es eine sogenannte Signifikantenkette definiert.

Die Unbegrenztheit der Signifikanz hat das Zeichen ersetzt. Wenn man davon ausgeht, daß die Denotation (hier die Einheit von Kennzeichnung und Signifikation) bereits ein Teil der Konnotation ist, befindet man sich schon mitten im signifikanten Zeichenregime. Man beschäftigt sich nicht ausführlich mit Indizes, das heißt mit den territorialen Zuständen der Dinge, die das zu Kennzeichnende konstituieren. Man beschäftigt sich nicht ausführlich mit Ikonen, das heißt, den Operationen der
Reterritorialisierung, die ihrerseits das Signifizierbare konstituieren. Das Zeichen hat also schon einen hohen Grad relativer Deterritorialisierung erreicht, auf dem es in einem ständigen Verweis von Zeichen zu Zeichen als Symbol betrachtet wird.

Der Signifikant hat zu den Zeichen ein Redundanzverhältnis. Beliebige Zeichen werden zum Zeichen. Es geht noch nicht um die Frage, was ein bestimmtes Zeichen bezeichnet, sondern auf welche anderen Zeichen es verweist, welche anderen Zeichen zu ihm hinzukommen, um
ein Netz ohne Anfang und Ende zu bilden, das seinen Schatten auf ein atmosphärisches, amorphes Kontinuum wirft. […]

Alle Inhalte lösen in ihm ihre eigenen Formen auf. […] Man abstrahiert also vom Inhalt. Man ist in der von Levi-Strauss beschriebenen Lage:
das Universum hat bereits begonnen zu bezeichnen, bevor man wußte, was es bezeichnet, das Signifikat ist gegeben, ohne deshalb bereits bekannt zu sein.1 […] Es ist nicht wichtig, was das alles zu bedeuten hat, aber es ist trotzdem signifikant.

Das Zeichen, das auf andere Zeichen verweist, ist mit einer merkwürdigen
Ohnmacht oder Ungewißheit geschlagen, mächtig dagegen ist der Signifikant, der die Kette konstituiert.
Das signifikante Regime des Zeichens wird durch acht Gesichtspunkte oder Prinzipien definiert:

l. das Zeichen verweist bis ins Unendliche auf ein anderes Zeichen (die Grenzenlosigkeit der Signifikanz, die das Zeichen deterritorialisiert);
2. das Zeichen wird durch das Zeichen zurückgebracht und kehrt unaufhörlich wieder (die Zirkularität des deterritorialisierten Zeichens);
3. das Zeichen springt von einem Kreis zum nächsten und verschiebt unaufhörlich das Zentrum
**, während es sich zugleich darauf bezieht (die Metapher oder Hysterie der Zeichen);
4. die Ausweitung der Kreise wird immer durch Interpretationen gewährleistet, die das Signifikat übermitteln und den Signifikanten zurückgeben (der Interpretationswahn des Priesters);
5. die unendliche Gesamtheit von Zeichen verweist auf einen obersten Signifikanten, der sich sowohl als Mangel wie als Überschuß darstellt (der despotische Signifikant, Grenze der Deterritorialisierung des Systems);
6. die Form des Signifikanten hat eine Substanz oder der Signifikant hat einen Körper, der Gesicht ist (das Prinzip der Gesichthaftigkeit, das für eine Reterritorialisierung sorgt);
7. die Fluchtlinie des Systems wird negativ bewertet und als das verurteilt, was über die Fähigkeit des Signifikantenregimes zur Deterritorialisierung hinausgeht (das Prinzip des Sündenbocks);
8. es ist ein Regime der universellen Täuschung, in den Sprüngen, in den geregelten Kreisen, in den Vorschriften der Interpretationen des Sehers, in der Öffentlichkeit des zum Gesicht gemachten Zentrums und im Umgang mit der Fluchtlinie.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
Das sind die sogenannten Spikes, die 10 bis 20 nm lang sein können
18.04.2020
Was Bildfindungen mit uns machen

  Ein selbstgestricktes 3D-Modell, dessen Grundformen Kugel und Ärmchen kaum bearbeitet wurden, in unterschiedlichen Einfärbungen und mit unterschiedlichem Linieneinsatz


Ein
Covid-19 Virus ist so um die 100 Nanometer groß.
Ein Nanometer (nm) ist der millionste Teil eines Millimeters oder ein Milliardstel Meter (10 hoch -9 Meter).

Etwas, was 100nm groß ist, kann man weder mit dem Auge, noch mit einem normalen Lichtmikroskop sehen. Dazu benötigt man Elektronenmikroskope (EM) oder Rastersondenmikroskope (REM).

2 Beispiele, um sich eine
Idee der Größenverhältnisse machen zu können:
ein Nanometer verhält sich zu einem Meter, wie der Durchmesser einer 1-Cent-Münze zu dem des Erdballs
der Durchmesser eines Haars beträgt durchschnittlich etwa 10 000 nm
In der Regel sind die in den Medien zu findenen Abbildungen des Covid-19 Virus mit 3D-Programmen erzeugte Ansichten von Modellen, die nach Bildern enstanden sind, die eher an flache, nicht unbedingt kreisrunde, graue Pfützen mit etwas Kram drum rum erinnern* – denn so sehen die Bilder aus, die durch ein EM oder REM fotografiert werden können: erst seit 2016 gibt es Verfahren, um farbige Bilder zu erzeugen... aber bis jetzt kenne ich nur Schwarzweißbilder des Covid-19 Virus.

Ich habe mich bei meinem 3D-Modell, das allen meinen Bild-Varianten des Virus zu Grunde liegt, an den Abbildungen in den Medien orientiert. Eigentlich sind die dort zu findenen Visualisierungen des Virus eher lieblos und zu perfekt kugelrund geraten... und die Farbgebung sowie die Textur lassen einen sofort an speckige Gummi-Massage-Bälle mit Noppen denken...


Welche meiner sechs Varianten wirkt
am gefährlichsten?

Und welche Bildfindung ist für das Publikum am hilfreichsten? Wieso werden die in den Medien veröffentlichten Bilder so selten hinterfragt? Immerhin ist die Farbgebung eine künstlerische Enscheidung* und die Formfindung hat bloß Modellcharakter.








*  Schließlich moderieren die TV- NachrichtensprecherInnen vor
solchen Abbildungen!
Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
Michael Rutschky in: Nachwort zu: Die wirrsten Grafiken der Welt. Von Gerhard Henschel. Frankfurt am Main 2004
Die wirrsten Grafiken sind mir wieder eingefallen, als ich neulich LP Nr. 1757 eingestellt habe...
**  Soziometrie: vgl. auch mit den jukagierischen Notationen
16.04.2020
Reine Schönheit des Unfugs*

LP 1761 - Lieblingspfeil Nr. 1761 von Hannes Kater
1. Das Zentrum oder der Signifikant, die Gesichthaftigkeit Gottes oder des Despoten. 2. Der Tempel oder Palast, mit Priestern und Beamten. 3. Die zirkuläre Organisierung und das Zeichen, das auf ein anderes verweist, innerhalb eines Kreises oder von einem Kreis zum nächsten. 4. Die interpretierende Entwicklung vom Signifikanten zum Signifikat, durch die wieder ein Signifikant vermittelt wird. 5. Der Bock als Sühneopfer, die Blockierung der Fluchtlinie. 6. Der Sündenbock, das negative Zeichen der Fluchtlinie.

Aus: Tausend Plateaus. Gilles Deleuze und Félix Guattari. Merve Berlin 1992, S. 188
[Man hat den] Eindruck […], daß diese Art von Schaubildern grundsätzlich - statt die Darstellung eines Problems zu vereinfachen – kompliziert in die Irre führen. […] Der Anspruch auf Vereinfachung und Veranschaulichung selbst scheint unversehens als Gegenzauber Verwirrung hervorzurufen.

[Am Frankfurter Institut führte Egon Becker in die
Soziometrie (nach J. L. Moreno) ein, eine Methode der empirischen Sozialforschung, für die auch Grafiken entstanden , die] mit Hilfe von kleinen Kreisen, die die Mitglieder darstellten, sowie verschiedenen Linien und Pfeilen [… die] Liebes-, Haß- und Gleichgültigkeitsbeziehungen [einer Gruppe] vor Augen führen [konnte].**

Das hörte sich trickreich und cool an. Aber Vorsicht, grinste Egon Becker. Bei einer größeren Gruppe kommt ein solches Liniengewirr heraus, daß Sie eigentlich kein klares Bild mehr bekommen; und bei einer kleinen Gruppe fragt sich sofort, ob ein kurzer Text es nicht auch tut: Hans liebt Grete, Grete aber liebt Horst, der Hansens bester Freund ist...
[…]



Das Schaubild mit seinen wunderbaren Vereinfachungen erschien in Massen. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts werden die Kunsthistoriker einst, denke ich mir, den Ursprung dieser seltsamen Vermehrung lokalisieren.

Womöglich ist das Schaubild dann eine eigene Kunstform geworden – so wie in Japan die Kalligraphie –, mit regelmäßigen Ausstellungen und einer ausgefuchsten Kritik, die Schwächen und Stärken eines jeden Exemplars fachmännisch herauszustellen versteht; schon die Kinder in der Schule lernen regelmäßig Schaubilder erstellen. Dabei kommt es – wie bei der Kalligraphie – längst nicht mehr auf die Klarheit der Problemdarbietung an, sondern weit mehr auf die Eleganz, ja Kühnheit der grafischen Erfindung (das zu explizierende Problem ist bloß Vorwand); so weit ist es inzwischen mit der allgemeinen Schaubildproduktion gekommen, daß manche Kritiker bereits verächtlich vom »Schaubild-Rokoko« sprechen und die Rückkehr zum »klassischen Schaubild« anmahnen ...

Wer ein Schaubild malt... erhebt einen grandiosen Anspruch auf Rationalität.
Das ist doch ganz einfach! sagt er (eine Formel, mit der mich gewisse Mathematiklehrer, wenn ich wieder nicht verstand, noch tiefer in die Verzweiflung trieben). [Aber das ist es eben nicht. Und es] endet bei dem gutgelaunten Zweifel, ob überhaupt zu irgend was ein plausibles Schaubild anzufertigen sei.

Dabei entsteht neben dem komischen [absurde und wirre Grafiken] allmählich [auch] ein poetischer Effekt.

[Da alle diese Grafiken zusammen von der Welt im Ganzen handeln – alle Fragestellungen mit dem immer gleichen] einfachen Vokabular von Kästchen und Kreisen, Einzelbuchstaben und Zahlen, geraden und krummen Linien – nicht zu vergessen die Pfeile! – [abgebildet] und zugleich vollends undurchdringlich werden,[… kann eine] besondere poetische Freude [entstehen], nämlich die an der reinen Unverständlichkeit.

Du brauchst gar nicht zu kapieren, wie die notorischen durchgehenden respektive unterbrochenen Linien den Jugendpfleger mit der Gemeindevertretung von Erlensee respektive dem Ausschuß für Jugend, Sport, Kultur und Soziales verbinden.

Halte dich einfach an die Schönheit und weise jeden Sinn in dem Augenblick ab, wo er sich einstellen will. Dann kannst du
friedlich wandeln in diesen Bildern […].

Ich persönlich pflege mir das
lebensnotwendige Quantum Verständnislosigkeit zu verschaffen, indem ich [ganz entspannt] Ausstellungen zeitgenössischer Kunst besuche. »Was ist denn das?« – »Keine Ahnung.«
Man braucht's auch gar nicht wissen zu wollen, denn niemand ist prüfungsberechtigt.

Leider ist das bei der […] Literatur so nicht zu machen, die [doch] ebenso die Verständnislosigkeit fördern sollte [– sie] unterliegt wie von selbst den Zwängen der Hermeneutik. […] Was dies und jenes bedeutet im Text, die[se] Frage einfach auszusetzen, mißlingt regelmäßig.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
La trahison des images ist das wohl bekannteste Bild von René Magritte. Mehr hier
15.04.2020
Bausteine zum Verständnis von Der Verrat der Bilder II*

Agens-Aktio-Schema:
Das Agens-Aktio-Schema bezeichnet ein Phänomen, dass, bedingt durch die Satzstruktur indoeuropäischer Sprachen (SVO-Sprachen), die Aussagen
nur nach einem durch diese Sprachen vorgegebenen Schema möglich sind, die formal als ein- oder zweistellige Funktionsraster mit Subjekt und Prädikat erscheinen, die dann in Folge inhaltlich als notwendiger Zusammenhang von Agens (Täter, Handelner) und Aktio (Handlung, Tätigkeit) interpretiert werden (müssen). Das gilt besonders für Fälle mit einer Satzkonstruktion mit einem Objektsakkusativ oder einer Richtungsangabe.

Das trifft auch auf das Deutsche zu, dessen Sätze mit ihrer Form ein Verständnis, also eine Interpretation der Wirklichkeit, nahe legen, in der Handeln, Geschehen oder Sein (immer) subjektgebunden sind.

Es gibt Sprachen, die diese Wirklichkeitsinterpretation durch einen anderen Satzbau vermeiden. So verfügt zum Beispiel das Japanische über keinen Begriff für ein Subjekt als Geschehensbewirker oder Seinsträger.
Beispiel: Blühen im Bereich der Bäume – im Sinne von Die Bäume blühen.

Im Deutschen hingegen erscheinen Ausdrücke, wie zum Beispiel der Sturm, das Wetter, die Liebe oder der Verrat substantiiert und personifziert.
Beispiele: Der Sturm tobt, Die Liebe tut weh,
Der Verrat rächt sich.


Benjamin Lee Whorf wies darauf hin, dass das Agens-Aktio-Schema für das Beschreiben von wissenschaftlichen Beobachtungen eher hinderlich ist und auch zu problematischen Begriffbildungen führt. So wäre zum Beispiel die Beschreibung der Zustände eines Atoms oder einer sich teilenden Zelle genauer und besser außerhalb einer "Täter-Tätigkeit" Beziehung zu realisieren.


So ergeben sich für "Der Verrat der Bilder" drei Interpretationsmöglichkeiten:
1. Die wahrscheinlichste Interpretation von "Der Verrat der Bilder" im Deutschen ist der, dass Verrat der Agens ist, die Bilder also verraten werden.
2. Allerdings kann im Deutschen der Satz "Der Verrat der Bilder" auch so interpretiert werden, dass die Bilder etwas verraten, die Bilder also der Agens sind.
3. Wenn man mit einem japanischen Verständnis an den Satz "Der Verrat der Bilder" herangeht, könnte man den auch so interpretieren:
Verraten [sein] im Bereich der Bilder
– nicht die Bilder verraten – und auch der "Verrat" verrät nicht aktiv etwas... sondern man, der Betrachter, also der Mensch… ist verraten im Umfeld, im Wirkungsbereich, der Bilder.

Vgl. auch mit "Herr Schmidt fliegt nach New York City" (Ist Schmidt ein Pilot?) und "Dieser Gedanke überraschte ihn"... im Vergleich mit "Ihn überraschte dieser Gedanke"... (Wer überrascht hier wen?)

Auch interessant:
Im Rahmen des kindlichen Spracherwerbs werden Passivsätze noch lange nach dem Agens-Aktio-Schema mißverstanden: "Peter wurde von Paul geschlagen" wird fälschlich so verstanden, dass, da erstgenannt, "Peter" der Agens, also der Täter, ist.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 16. KW 2020 auf Instagram
"Do you remember the good old days before ghost town?" – The Specials singen nicht über die Folgen von Covid-19, sondern über die Konsequenzen der Politik von Magaret Thatcher im Jahr 1981
12.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1763 - Lieblingspfeil Nr. 1763 von Hannes Kater
Sehen in den verwaisten Städten die Verkehrszeichen bald so aus?
Lieblingspfeil Nr. 1764
Verdreckte Verkehrszeichenpfeile

Seltsam, wie sauber die beiden Verkehrsschilder um ihre je zwei Befestigungsschrauben herum sind – und beeindruckend, wie verdreckt sie sich ansonsten präsentieren.


So ein Foto könnte als Symbolbild eingesetzt werden für:
- ausgestorbene Städte (Ghost Town
*)
- heftigste Luftverschmutzung
- unterschwellig unheimliche Atmosphäre





Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
La trahison des images ist das wohl bekannteste Bild von René Magritte. Mehr hier
10.04.2020
Bausteine zum Verständnis von Der Verrat der Bilder I*

Lieblingspfeil ohne eigen Nummer, April 2020
Wenn man bei einer Konferenz als Kursleiter eines VHS-Kurses in der VHS-Cloud als Hauptansicht den eigenen Schreibtischs anzeigen will, muss man auf so ein – farblich natürlich anders gehaltenes und kleiner angezeigtes – Logo klicken... und dann fangen die Probleme an
verraten (< 9. Jh.), Mittelhochdeutsch.
Ursprünglich in der Bedeutung 'zu jemandes Verderben raten, einen Entschluss zu jemandes Verderben fassen'.

Die Festlegung auf die
Preisgabe von Geheimnissen ist erst neuhochdeutsch.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
09.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1763 - Lieblingspfeil Nr. 1763 von Hannes Kater
LP 1763 - Lieblingspfeil Nr. 1763 von Hannes Kater
Ein kleiner Lebensmittelladen in Berlin, Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1763
Paralleler Doppelpfeil mit halben Pfeilspitzen

Ein Mitarbeiter verstand meine Fragen nach dem Logo, seiner Bedeutung und seiner Herleitung so gar nicht – und war dabei auch so befremdet, dass ich bald, eine höfliche Entschuldigung murmelnd, den Rückzug antrat.

Auf mich wirkt das Ladenlogo wie ein
paralleler Doppelpfeil, der sich in einer, leicht gekräuselten, Wasserfläche spiegelt.


Die Fotos sind schon etwas älter, aber ich erinnerte mich an sie, als mir jetzt jemand von einem Einkauf in eben diesem Geschäft erzählte... und sich gar nicht an das Ladenlogo erinnern konnte.


Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
Verlag: Berlin, TRANS-
PRESS
, VEB Verlag für
Verkehrswesen 1971
08.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1762 - Lieblingspfeil Nr. 1762 von Hannes Kater
Ausgesetztes – also zu verschenkendes – Buch auf einer Fensterbank in Berlin Weißensee
Lieblingspfeil Nr. 1762
Pfeile als Fahrbahnmarkierungen

Noch vor der Covid-19 Zeit ausgesetztes analoges Material (ein sogenanntes Buch) für das Selbststudium...

Immer wieder beeindruckend sind die durch Platzmangel nötigen Lösungen für die extra kurzen Pfeilbahnen von Abbiegerpfeilen in Fahrbahnmarkierungen – hier exemplarisch vorgeführt auf dem Cover eines Fahrschullehrbuchs.

Was wir hier sehen sind
Richtungspfeile, die vor Kreuzungen oder Knotenpunkten ein frühzeitiges Orientieren und Auswählen der gewünschten Fahrtrichtung ermöglichen sollen.
Die sogenannten Vorankündigungspfeile, die seit 1992 zum Einsatz kommen und das Ende eines Fahrstreifens anzeigen oder ankündigen, unterscheiden sich von den Richtungspfeilen durch eine räumliche Verzerrung, also eine perspektivische Darstellung.

Vgl. auch mit LP 1353



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
06.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1761 - Lieblingspfeil Nr. 1761 von Hannes Kater
Beschädigte Werbung an einem eigens dafür abgestellten Fahrrad, Berlin Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1761
Pfeil mit räumlich gefalteter Pfeilbahn

Pfeil mit real gequetschter Pfeilbahn – eine an einem Fahrrad befestigte Werbung für eine Kosmetik Lounge...



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
* 1998 - 2000 am Collège
de France
** T.S. Eliot, Die Grenzen der Literaturkritik, Werke 2: Essays I, Frankfurt am Main 1967, S. 458 f.
* ... aber ist das, in letzter Konsequenz, nicht immer der Fall?
04.04.2020
Aus Pierre Bourdieus Manet-Vorlesung_01*

Es heißt überhaupt nicht, dass es keine Wahrheiten und ewigen Werte mehr gibt, es heißt überhaupt nicht, dass es keine ästhetische Wahrheit, keinen Fortschritt in der Geschichte der Kunst usw. mehr gibt. (Ich sage nichts mehr dazu, weil ich mindestens drei Jahre Vorlesungen bräuchte, es zu beweisen.)

Ich erinnere bloß an einen Satz von T.S. Eliot, dessen Quelle
** ich leider nicht habe, er ist ein Ersatz für die lange Analyse, die ich nicht machen werde (... sehr oft zieht man sich in Vorlesungen mit einem Zitat aus der Klemme): "Ein Gedicht verstehen läuft etwa darauf hinaus, dass es einem aus den richtigen Gründen gefällt […]: wenn uns ein Gedicht nur aus einem Mißverständnis seines eigentlichen Wesens heraus gefällt, so gefällt uns nur eine Projektion* unseres eigenen Geistes."

Und danach fährt er fort – aber es ist ein bißchen weniger gut danach: "Gewiss kann uns ein Gedicht nicht richtig gefallen, wenn wir es nicht ganz verstehen, wenn wir keinen Gefallen an ihm finden," Das ist ein bißchen Blabla, Rhetorik.




Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
LES MOTS ET LES IMAGES
03.04.2020
Lieblingspfeifen II

Der Verrat der Bilder - und die Folgen: eine visuelle Untersuchung von Hannes Kater
Wenn Wörter eine Substanz (wie Bilder) haben – oder: Der Verrat der Bilder #003.3
Meine neue Pfeife #003.3:

Hier habe ich eine von 18 illustrierten Thesen aus DIE WÖRTER UND DIE BILDER
*, die Magritte im Dezember 1929 in "La Révolution surréaliste" veröffentlichte, auf sein – und in seinem – Pfeifenbild angewandt.

Langsam entwickelt sich eine Systematik, ein themenorientierte Bild-Abfolge, der einzeln Pfeifenuntersuchugen, bzw. Befragungen... aber die erste Textfassung über die Pfeifen ist noch nicht fertig.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 15. KW 2020 auf Instagram
Das Foto entstand am 30.03.2020
02.04.2020
Lieblingspfeile

LP 1760 - Lieblingspfeil Nr. 1760 von Hannes Kater
LP 1760 - Lieblingspfeil Nr. 1760 von Hannes Kater
Eine Location – nicht nur für gemeinsame Fußballerlebnisse – in der Pappelallee in Berlin, Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1760
Pfeil-Vogel-Unschärfe

Erstaunlich nah am Pfeil ist diese stilisierte Vogel-Silouette – allerdings: wäre es bei einer beabsichtigten Vogel-Pfeil-Unschärfe nicht naheliegend, den pfeiligen Vogel im Ladenschild auf das Ladenlokal weisen zu lassen?

Auf der Tafel im unteren Foto ist noch
* das dann "erste Geisterspiel" der Bundesliga, Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln, angekündigt, das bei "gespentischer Stille" ein "freudloser Kick" war und 2:1 für Gladbach ausging...

Erst
am 16. März war dann der letzte Schuldtag, danach waren die Kitas und Schulen zu... (Ich schreibe das hier, weil ich mich jetzt schon kaum noch erinnern kann, den Kalender konsultieren muss, um das Datum zu rekonstruieren... )



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 14. KW 2020 auf Instagram
Weitere Pfeilsituationen:
Pfeilsituation_30
Pfeilsituation_29
Pfeilsituation_28
Pfeilsituation_27
Pfeilsituation_26
Pfeilsituation_25
Pfeilsituation_24
Pfeilsituation_23
Pfeilsituation_22
Pfeilsituation_21
Pfeilsituation_20
[...]

01.04.2020
Pfeil-Situation_31

Pfeil-Situation_31 von Hannes Kater
Zwei nebeneinander verklebte Werbeplakate, Berlin Prenzlauer Berg
Die vier roten Linien, deren unterste noch durch das "D" von "Edward Gardner" läuft, überdecken erstaunlicher Weise weder das Bild des groß auf dem Plakat angekündigten Dirigenten Gardner – und auch nicht ein Bild des kleiner angekündigten Violinisten James Ehnes, sondern das Bild eines scheinbar Querflöte spielenden Mannes, dessen Name auf dem Plakat nicht erwähnt wird.

Zu einer Pfeilsituation werden diese roten Linien dank des Nachbarplakats, das ihnen, zugegebenermaßen leicht versetzte und zudem auch noch karierte,
Pfeilspitzen aufzusetzen scheint...



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 14. KW 2020 auf Instagram
... allerdings in einer beschädigten Umgebung: Berlin Mitte im Jahr 2004
31.03.2020
Lieblingspfeile

LP 1759 - Lieblingspfeil Nr. 1759 von Hannes Kater
Bald ganz verwitterter Sticker an einem Poller, Berlin Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1759
Pfeil mit halber Pfeilspitze

Ist der mich so viel mehr, als der normale Pfeil, überzeugende
Pfeil mit halber Pfeilspitze nicht eigentlich ein selbst fragmentierter Pfeil, der bewusst auf die seit Auguste Rodin bekannten Qualitäten des Fragments und des Unvollendeten anspielt, bzw. abzielt?

Hier nun ein echtes Fragment: eine durch die Zeitläufe zu einer halben Pfeilspitze beschädigte, ursprünglich normale, Pfeilspitze, die ich bei einem meiner Corona-Spaziergänge gefunden habe.

Und ist nicht, wie das häufig zu beobachten ist, so ein Fragment interessanter als das unbeschädigte Original?

Hier ist eine unbeschädigte Version
* des Stickers zu sehen.




Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 14. KW 2020 auf Instagram
30.03.2020
Lieblingspfeile

LP 1758 - Lieblingspfeil Nr. 1758 von Hannes Kater
LP 1758 - Lieblingspfeil Nr. 1758 von Hannes Kater
Tags und Graffiti auf einer Jalousie eines Ladeneingangs in Berlin Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1758
Pfeil-Sorgenfalte-Unschärfe

Dieses skeptisch bis kritisch guckende Wesen, das gut ein Hund sein könnte, wird graphisch bestimmt durch seine pfeilförmige Sorgenfalte über den Knopfaugen...

Es könnte aber auch gar keine Sorgenfalte sein, sondern ein Hinweispfeil auf die nicht übermalte Fläche des Innenraums der Nase des Wesens, wo man noch Reste des ansonsten übermalten tags erkennen kann... es liegt hier also eine
Sorgenfalten-Pfeil-Unschärfe vor.



Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 13. KW 2020 auf Instagram
29.03.2020
Lieblingspfeile

LP 1757 - Lieblingspfeil Nr. 1757 von Hannes Kater
Unterrichtsmaterial für ein Kind in der 7. Jahrgangsstufe einer Gemeinschaftsschule in Berlin Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1757
Irreguläre Trendlinie mit Pfeilspitze

Homeschooling: Das Unterrichtsmaterial meines Sohns stammt noch aus Vor-Corona-Zeiten... und muss jetzt zu Hause abgearbeitet werden. Aber: wer gestaltet das eigentlich?

Selten habe ich eine so absurde Grafik gesehen:
- halslos dargestellte Protagonisten, die sich beim näheren Betrachten als tatsächlich halslos herausstellen – immerhin sieht man da, wo von zwei der drei Protagonisten der Hals, also ein Weißraum, sein sollte, Teile einer Globus-Grafik
- die Vermischung der Darstellungsoptionen eines Diagramms: die Balkenenden eines Balkendiagramms werden durch ein Liniendiagramm, bzw. eine Trendlinie, so überlagert, dass die Balkenenden verdeckt werden und nicht klar wird, ob sie nicht doch spitz auslaufen
- Geldstücke: drei Stapel mit je drei Stück... Sie werden als einziger graphischer Eintrag räumlich dargestellt (schräge Aufsicht, wohl Kavaliersperspektive) und überlagern sich auch noch räumlich so, als sei der vordere Stapel transparent...
- ein blattloser Baum, dessen Darstellung in Linienfindung und Linienstärke deutlich von den anderen Einträgen abweicht... und der, da blattlos, eher schwächlich und welk aussieht, ohne das klar wird, ob das Absicht ist

Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 13. KW 2020 auf Instagram
Siehe: Arithmetic, Population and Energy – a talk by Al Bartlett
Guckt mindestens die ersten 8 Minuten um etwas zu lernen.
Wer bis Minute 26 durchhält, hat eigentlich alles Wesentliche gesehen.
Und wer bis zum Schluss durchhält, ist bestimmt erst mal etwas deprimiert
28.03.2020
Exponentielles Wachstum

Wertzuwachs bei 27% Steigerung im Jahr - ausgehend von 2006 – bei Zeichnungen von Hannes Kater
Eintrag in mein Weblog vom 01.01.2006
Wenn sich die Anzahl aller Corona-Infizierten in einer Region alle 3 Tage verdoppelt, haben wir eine Steigerungsrate von 70/3 = 23,3% pro Tag... *

Ich hatte Anfang 2006 mal ausgerechnet, wie sich mein Anteil am Verkauf (also meine 50% vom Verkaufspreis in der Galerie) einer Din A4 Zeichnung entwickeln würde, wenn meine Preise kontinuierlich pro Jahr so zulegen würden, wie der Deutsche Aktienindex Dax im Jahr 2005:
nämlich um 27%.

Dann würde eine Din A4 Zeichnung von mir jetzt 2 x 3029,23 € kosten... und ich könnte vom offiziellen Verkauf (... also über eine Galerie) von 6 solcher Zeichnungen im Jahr leben.




Hannes Kater – Detail einer Tageszeichnung aus der 13. KW 2020 auf Instagram
Lieblingspfeile

LP 1756 - Lieblingspfeil Nr. 1756 von Hannes Kater
Hinweis an einem Lokal, Berlin Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 1756
Pfeilschwarm

Scheinbar ohne genaue Regeln über das Papier verteilt wurden diese fünf Pfeile, die auf eine Ausgabestelle eines Lokals für einen "Außerhausverkauf" hinweisen sollen.

Dringlichkeit und schnelles Handeln könnten so bewusst ins Bild gesetzt worden sein... oder es ist eben so passiert. Was ja nur ein sehr gradueller Unterschied wäre... keine Zeit – und keine Notwendigkeit – es besser zu machen. Der Verzicht auf elaborierte Ausarbeitungen ist auch ein Statement – und könnte so ein Signal an die potentiellen Kunden sein: wir nehmen die Situation ernst. Wir sind pragmatisch. Wir sind vertrauenswürdig.

(Nur ein seltsamer Pfeilenthusiast wie ich könnte wegen eventuell fehlender Pfeilkompetenz auf das Fehlen von anderen Kompetenzen schließen... )



Hannes Kater – Detail Tageszeichnung vom 19.02.2018
Weitere Realerere Fälle:
Realerer Fall_26
Realerer Fall_25
Realerer Fall_24
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Realerer Fall_22
Realerer Fall_21
Realerer Fall_20
Realerer Fall_19
Realerer Fall_18
Realerer Fall_17
        […]
26.03.2020
Realerer Fall_27

LP 1745 - Lieblingspfeil Nr. 1745 von Hannes Kater
Ausgesetztes Teil, Zelterstraße, Berlin Prenzlauer Berg
Das hier könnte natürlich wirklich ausgesetzte Kunst sein... vielleicht hat ein Künstler, der nun zu Hause arbeiten muss, beschlossen, etwas Platz zu schaffen? Oder eine Künstlerin sah in so einem Freisetzen die einzige Möglichkeit, ihre Arbeit in diesen Zeiten öffentlich zu machen?

Vielleicht hat aber auch irgendwer nur seine
Garderobe umgebaut? Und das trotz der Bitten der Stadtwerke, nicht gerade jetzt aus Langeweile mit dem Entrümpeln anzufangen, damit die Müllabfuhr nicht noch zusätzlichen Müll abtransportieren muss.



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Pfeil runter 25. März 2020
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