Projekt Nr. 20
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Der Zeichnungsgenerator  –   Gespräch: Diana Dietz / Hannes Kater
Gespräch am 10.12.2001, Lange Reihe Hamburg
Teil  1  2  3  4  5  6  7
Material:
- Ausstellungskonzept
- Rundgang durch die Ausstellung
- Die Räume von Hannes Kater
Gespräche zur Ausstellung mit:
Bjørn Melhus (2. Künstler der Show)
Diana Dietz (Assistenz)
Silke Boerma (Kuratorin)
Armin Chozinski (Helfer)
Gabriele Mackert (Katalogautorin)
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spacer 240 breit - linke Spalte
Start H: Wie haben wir das denn eigentlich verabredet, daß du an dieser Ausstellung mitarbeitest? Kannst du dich da erinnern? Es gab irgendwie so einen vagen Vorschlag von mir, den du, glaube ich, nicht richtig ernst genommen hast – kann das sein?
D: Das (zeigt auf den Rekorder) schaltet sich nicht bei langen Pausen, bei langen Denkpausen, ab?
H: Nee.
D: Gut. Nee, weil das ist jetzt echt, finde ich, eine sehr tolle Frage. Ich weiß es nicht.
H: Also ich bilde mir ein, daß ich das immer mal wieder thematisiert habe, daß ich dich vielleicht mal frage. Und du hast da immer so ein bißchen ungläubig und „höhö" drauf reagiert.
D: Ja…also ich sage jetzt mal ja.


Flyer - Flasher? H: Na, ich bin nach New York gegangen und ich hatte vor New York schon mal gefragt...
D: Und was du, glaube ich, konkret schon sehr früh angesprochen hast, war immer das mit den Flyern … weißt du? Nicht Flyer – Flasher?
H: Flasher.
D: Flasher (lacht) – ich dachte, ich könnte das niemals vergessen, dieses Wort.
H: Wie, daß du da für deren Präsentation arbeiten könntest?
D: Ja! Das die auftauchen sollten, schien schon früh klar zu sein, die hattest du ja auch schon vorab bestellt.
H: Ja, wegen der langen Lieferzeiten. Und auch um überhaupt was zu haben… als Spielmaterial.
D: Das war ja doch erst mal eine klare Sache, das noch mal ganz groß aufzugreifen und einen Raum damit zu machen, mit deinen Aufträgen.
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H: Hm.
D: Und darum ging es ja auch, die Aufträge erst mal zu erfassen, …
H: ... die Texte aufzuarbeiten…
D: Du hattest keinen Überblick, wieviel Zeichnungen und Aufträge du eigentlich hast. Die Bestandsaufnahme war ja völlig wirr … manchmal waren es drei Zeichnungen, manchmal wußtest gar nicht, ob du jemals was zu einem Text gemacht hast – so war das. Das die Auftragszeichnungen eine größere Rolle spielen sollten, das war schon vorab relativ konkret.


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spacer So sehen Flasher aus...
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Die Assistentin
kommt an...
H: Der Aufbau begann am sechsten Juni, offiziell… und wann bist du gekommen? So am zehnten, elften, zwölften?
D: Weiß gar nicht mehr, wann das war, ja, mhm.
H: Ja, du warst so zehn Tage vor Ausstellungseröffnung da, oder?
D: Ich bin an einem Donnerstag Vormittag gekommen, glaube ich…ja.
H: Du wolltest vom Bahnhof abgeholt werden.
D: Mhm.
H: Und dann sind wir zusammen zum Kunstverein gelaufen und… ja, was war das für ein Gefühl für dich? Dann da also anzukommen…
D: (lacht) Also, dieser Ort, so wie er war, bot mir gute Voraussetzungen, da zu arbeiten, oder so zu sein, mich in meinem Tun, in Absprache mit dir, zu entfalten. Ich hatte dort das Gefühl, einen Handlungsspielraum zu haben… Das lag schon auch an dem Ort und an den Räumen. Und an der Tatsache, daß sie teilweise eben noch so unbehandelt waren, jetzt von dir.
H: Hm.
D: Außerdem war es für mich ganz besonders günstig und angenehm, daß du dort einerseits bereits eine Anbindung hattest, also da auch mit den Leuten, was weiß ich, mit Silke natürlich, bekannt warst, aber andererseits halt doch noch zu merken war, daß du dich für diese Sache wieder und neu erst noch orientieren mußt - du hattest da gerade mal eben deine ganzen Materialien angeschleppt … Es war nicht so ein Ort, wo du wirklich der Lokalmatador warst, wie ich es an der HBK damals erlebt habe, weißt du, in Braunschweig, wo ich mich dann schon eher fremder oder befremdet gefühlt habe davon, daß du da derart zuhause gewirkt hast - was lachst du jetzt?
H: Tragische Bedingungen, jaja! Das ist schade, daß das damals so… ja, dumm gelaufen ist (bezieht sich auf die erste Mitarbeit von Diana Dietz bei Kater für: Einen sinnvollen Satz machen II). Aber gut, daß es in dem Fall dann anders war.
D: Ja!
H: Schwein gehabt!
D: Nein, weil das ist mir ja sowieso näher, weißt du, dieses…
H: Nicht-zuhause-sein, das ist dir näher. (lacht)
D: Nein, einfach für eine gewisse Zeit in etwas Neues reinfinden und sich da auch organisieren. Und das ist ja auch das Spannende, das mag ich ja auch gern...


Ein 30 Meter
langer Raum (I)
H: Als du im Kunstverein angekommen und durch die Räume gelaufen bist – wie war das? Was hast du gedacht? War was zu sehen für dich?
D: Ja, in dem großen Raum (Saal 4) war schon was zu sehen von dir.
H: Die Gerüste standen, und ich glaube, ein, zwei Wandzeichnungen hatte ich auch schon angefangen. Und ein paar Projektoren waren schon so ein bißchen eingerichtet.
D: Also im Vergleich zu dem, was dann am Schluß zu sehen war, war schon…
H: … war da am meisten?
D: eine Menge da, ja. Also so die großen, größeren Setzungen waren ja alle schon passiert.
H: Die Gerüste waren positioniert. Da hatte ich ein Modell gebaut, in der Nacht, bevor die Gerüste abgeholt wurden, und mich dann mit Hilfe des Modells für die Orte entschieden, wo sie dann standen.
D: Mhm.
H: Und sie standen gut… Sonst klappt das ja oft nicht so eins zu eins mit der Umsetzung aus dem Modell in die Realität. Am besten waren die Gerüste ja im leeren Raum, ohne alles. Je mehr dann dazu kam…
D: Wieso, hast du damit ein Problem gehabt?
H: Schon, die Wirkung der Gerüste war am besten im ansonsten leeren Raum - die Gerüste pur. Sie brauchten nicht gehübscht werden, die standen da schon sehr gut… der Raum hat funktioniert…


Ein 30 Meter
langer Raum (II)
Eh ich es vergesse, kann ich das ja gleich mal einflechten, also der Stephan Berg meinte ja, der Raum (Saal 4) würde durch meine Eingriffe viel länger werden.
D: Mhm. Mhm.
H: Du hast jetzt noch keine anderen Ausstellungen im Kunstverein Hannover gesehen… aber ich fand das ja ein Mißverständnis. Also wenn, wenn überhaupt, dann wurde der Raum höher! Aber länger wurde er auf keinen Fall.
Zum Beispiel gab es jetzt gerade eine Ausstellung (Dan Peterman), in der durch den ganzen Saal eine Art Bootssteg lief, 30 Meter von einer Tür zur anderen, so knapp 180 cm breit. Und neben dran, auf dem Boden, lag Rindenmulch, und ich fand, also… ich weiß nicht, man kann natürlich sagen, dadurch, daß man den Steg super sieht, wird der Raum kürzer, aber für mich ist eigentlich schon so, daß, wenn man Barrieren, Sichtbarrieren, reinstellt, ein Raum kürzer wird… Also es ist schwierig.
D: Ich habe mir das ja auch überlegt, wie kann, wie würde, der Raum eigentlich anders bestückt aussehen? Aber gerade bei diesem Raum fand ich es schwierig, sich anhand einer Abbildung etwas vorzustellen. Spontan würde ich sagen: mit „Länge", das haut für mich auch nicht hin - was vielleicht gemeint war ist Tiefe, der Raum wurde tiefer durch deine Gliederung… aber nicht länger!
H: Tiefer, ja. Eine Raumtiefe… die wird einem durch Staffelung bewußter. Also die wird thematisiert, klar. Nun gut, dann kann man wieder sagen, wenn was tiefer ist, dann ist es auch länger, aber mein Denken ist das nicht.
D: Nee, nee.
H: Ist ja wie ein Bildraum, wo man mit Überschneidungen …
D: Also an Länge denke ich jetzt eher, ganz simpel, wenn es so ein Durchschuß gibt, oder man hat so einen Riesenschlauch…
H: Okay, ja.


Was war schon
zu sehen?
D: Also, eigentlich war unheimlich viel schon sichtbar.
H: Naja, unheimlich viel und unheimlich wenig. Beides. Ich glaube, du bist da schon auch ziemlich fassungslos durch die Räume gestiefelt, so nach dem Motto: was ist denn hier überhaupt? Ich meine, bei Björn war ja noch gar nichts!
D: Das stimmt! Da hingen ja auch noch nicht mal die Monitore, die Halterungen wurden gerade angebracht. Und Bjørns Rampe war schon da… an deren Farbe kann ich mich noch erinnern.
H: Und waren meine Wände schon gestrichen? Dieses Blau und das Rot?
D: Ja. Die Wände waren gestrichen. In dem blauen Raum – also die Bretter hingen ja noch nicht - aber die Wände waren schon gestrichen. Du warst recht unglücklich und erzähltest, daß es nicht das – ja, bei dem Blau ging es ja noch - aber daß es nicht das Rot war, das du haben wolltest. Ja, das weiß ich noch.
H: Und dieses Wägelchen, was ich mit Armin zusammen gebaut habe, gab es das schon? War das schon fertig?
D: Nee.
H: Der Armin ist erst gekommen, als du schon da warst?
D: Ja. Ihr habt dieses Ding gebastelt, als ich ausfiel, mit diesen blöden Kopfschmerzen im Bett lag.
Die Frage ist schon spannend, ob jetzt schon viel da war oder nicht. Das Bild, das ich von deinen Arbeiten habe, von so einer Fülle, einer Dichte… davon war es noch weit entfernt. Als ich in Hannover reinkam, habe ich schon gedacht: boah, hier muß noch viel getan werden. Trotzdem, also jetzt im Rückblick, kann ich sagen, dass das Wesentliche schon da war!
H: Findest du?
D: Gerade im Saal 4 an den Wänden! Da war ja eigentlich alles schon grob angelegt, also bis auf die eine Ecke, die, wenn man aus diesem „wheeping"-Raum kam, dann gleich links war.
H: Mit diesem Streifen, ja.
D: Gut, und dann hast du ja noch mal einen Teil Wand rausgeschnitten in der Mitte, das war noch nicht da… aber sonst? Und den Leuchttisch, den haben wir dann noch mal umgestellt – war der schon drin?
H: Der war schon aufgestellt. Wir haben ihn dann zusammen verschoben. Der Leuchttisch stand erst in dem sich bildenden Weg drin, ganz rechts, so daß man genau auf ihn zulief. Wir haben den Raum weniger konfrontativ gemacht...


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